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Fußball

Schalke am Scheideweg

Für den kriselnden FC Schalke 04 geht es im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen PAOK Saloniki um 20 Millionen Euro. Für Trainer Jens Keller könnte das Spiel über seine Zukunft entscheiden.

Die Anspannung war Spielern und Verantwortlichen des FC Schalke am Gesicht abzulesen. Am Montagvormittag (26.08.2013) brachen sie vom Düsseldorfer Flughafen auf ins griechische Thessaloniki zum Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen PAOK Saloniki (Dienstag, 20:45 Uhr MESZ). Bei der Elf von Jens Keller haben die vergangenen Wochen Spuren hinterlassen: Die Mannschaft ist verunsichert und schwer angeschlagen. Ausgerechnet jetzt kommt es zur wichtigsten Partie der noch jungen Saison.

"Das Spiel muss gewonnen werden", sagt Spieler Julian Draxler. "Es wird mit Sicherheit richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison." Auch für den Trainer der "Königsblauen" entscheidet die Partie gegen Saloniki möglicherweise über sein Arbeitspapier. "Das interessiert mich nicht. Ich kann meinen Job nur so gewissenhaft wie möglich machen", sagt Keller, räumt aber auch ein: "Man kennt ja das Geschäft."

"Angsthasenfußball"

Die Voraussetzungen für S04 könnten vor diesem wichtigen Spiel durchaus besser sein. Seit vier Partien wartet der Revier-Club auf einen Sieg. Den letzten Erfolg feierten die Fans in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den FC Nöttingen, seines Zeichens Oberligist. Seither ist bei Schalke der Wurm drin. Nach der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 am vergangenen Wochenende attestierte Offensiv-Kraft Draxler seiner Mannschaft sogar "Angsthasenfußball". Um den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse zu schaffen, bedarf es also einer enormen Leistungssteigerung. "Wir müssen weiter an uns glauben, sonst brauchen wir diese Reise gar nicht anzutreten", sagt Schalkes Sport-Vorstand Horst Heldt. "Wir müssen so auftreten wie in der zweiten Halbzeit in Hannover, dann bin ich mir sicher, dass wir weiterkommen." Bei den Niedersachsen hatten sich die Schalker nach einer indiskutablen Leistung in der ersten Hälfte zumindest nach einem Platzverweis gegen ihren Kapitän noch in Unterzahl gegen die Niederlage gestemmt.

Es geht um 20 Millionen Euro

Salonikis Coach Huub Stevens (l) könnte seinem ehemaligen Schalke-Chef Horst Heldt (r) das Leben schwer machen. (Foto: dpa)

Salonikis Coach Huub Stevens (l.) könnte seinem ehemaligen Schalke-Chef Horst Heldt (r.) das Leben schwer machen

Doch es gibt auch einen kleinen Lichtblick für den angeschlagenen Keller. Sowohl die zuletzt verletzten Jefferson Farfán und Atsuto Uchida als auch die angeschlagenen Joel Matip und Leon Goretzka waren mit an Bord des Charterflugs AB 1004 nach Griechenland. Ob seine Profis wenige Tage nach dem dürftigen 1:1-Unentschieden im Hinspiel Kellers Vorgabe, sich "den Arsch aufzureißen", erfüllen können, ist fraglich.

Schließlich müssten sie es in dieser Saison erstmals fertig bringen, ihre Konzentration über mindestens 90 Minuten hochzuhalten und spielerisch wie kämpferisch zu überzeugen. "Diese Partie ist immens wichtig für den Verein - sportlich und finanziell gesehen", betont Torhüter Timo Hildebrand. Das Erreichen der Gruppenphase würde den Schalkern 20 Millionen Euro sichern. Doch die Verdienstmöglichkeiten sind für Heldt in der aktuellen Situation eher nebensächlich: "Der sportliche Aspekt steht im Vordergrund."

"Druck liegt bei Schalke"

Schalke steht in der Pflicht - und ausgerechnet Ex-Coach Huub Stevens könnte weitere Unruhe im Gelsenkirchener Umfeld bewirken. Der 59-Jährige trainiert die Griechen seit gut zwei Monaten und kennt seine ehemalige Elf wahrscheinlich besser als sein neues Team. Schließlich holte und formte Stevens viele Leistungsträger der "Königsblauen" während seiner zweiten Amtszeit bei S04 von 2011 bis 2012. Jetzt könnte er für Schalkes "Abstieg" in die Europa League sorgen. "Wir empfinden es nicht als Druck. Der liegt bei S04. Die müssen eine Runde weiterkommen, wir möchten weiterkommen", sagt der Trainer der Griechen. Dafür würde PAOK schon ein 0:0 genügen. Bei 1:1 nach 90 Minuten ginge es in die Verlängerung, jedes höhere Remis brächte die "Königsblauen" in die Champions League.

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