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Afghanistan

Schüsse auf Fernsehstation in Afghanistan

Erst vor einem Monat hatten die USA eine Riesen-Bombe auf Verstecke der IS-Terrormiliz in der afghanischen Provinz Nangarhar abgeworfen. Der IS aber zeigt sich unbeirrt. Jetzt greift er einen TV-Sender im Land an.

Bei dem Angriff bewaffneter Männer auf eine Zentrale des staatlichen Radio- und Fernsehsenders RTA in der ostafghanischen Großstadt Dschalalabad sind mindestens vier Menschen getötet worden.

Unter ihnen sei ein Polizist, sagte der Sprecher der Provinzregierung von Nangarhar, Attaullah Chogiani. Auch alle drei Angreifer seien tot. Zuvor hatten Quellen von vier Attentätern gesprochen. 16 Menschen seien verletzt worden. Medienberichte zu weiteren Toten - darunter ein Wächter des Senders sowie zwei Reporter - ließen sich nicht unmittelbar überprüfen.

Luftangriffe seit einem Jahr 

Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Provinz Nangarhar ist die Basis der inzwischen auch in Afghanistan operierenden Gruppe. Die USA fliegen seit mehr als einem Jahr kontinuierlich Luftangriffe auf ihre Stellungen dort, konnten sie aber bisher nicht ausschalten.

Im Gegenteil: Der IS hat in den vergangenen Monaten mehrere besonders blutige Anschläge in Kabul und anderswo verübt, vor allem auf Institutionen des Staates. Ziele waren unter anderen der Oberste Gerichtshof sowie das größte Militärkrankenhaus des Landes in Kabul. Afghanische Journalisten hatten von Selbstmordattentätern gesprochen. Einer habe seinen Sprengsatz gezündet. Ein Regierungssprecher wies das zurück. Die Angreifer hätten Handgranaten benutzt.

Die NATO erwägt, im Kampf gegen die islamistischen Rebellen einige tausend zusätzliche Soldaten an den Hindukusch zu entsenden. Derzeit sind etwa 13.400 NATO-Soldaten in Afghanistan stationiert, davon 8400 aus den USA.
 

haz/pab (rtr, dpa, afp)