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Kultur

Saturn, wir kommen!

Cassini, ein Gemeinschaftsprojekt der USA und der EU, ist die komplizierteste Raumsonde, die je gebaut wurde. Nach 3,5 Milliarden Flugkilometern und sieben Jahren Flugzeit hat sie ihr Ziel erreicht: den Planeten Saturn.

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Treffen im All: Raumsonde Cassini und Saturn

Die etwa sechs Tonnen schwere Sonde "Cassini" mit dem Landegerät "Huygens", benannt nach dem französischen Astronom Jean-Dominique Cassini und seinem niederländischen Kollegen Christiaan Huygens, hob am 15. Oktober 1997 vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral ab. Sie nutzte die Schwerkraft der Venus, der Erde und des Jupiter wie eine Schleuder, um zum Saturn zu gelangen.

Bei der Annäherung an den Planeten musste das Triebwerk von "Cassini" mehr als 90 Minuten lang zünden. Dann flog die Sonde durch die Saturn-Ringe F und G und schwenkte in die Umlaufbahn ein.

"Wir haben ein Doppler-Signal bekommen, das die Zündung des Haupttriebwerks bestätigt", bestätigte ein Sprecher der US-Raumfahrtbehörde Nasa unter dem Jubel der Wissenschaftler im Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena, nachdem die Sonde die kritischste Phase ihrer Reise gemeistert hatte. Auch im Kontrollzentrum der europäischen Raumfahrtbehörde ESA in Darmstadt, die das Landegerät "Huygens" für den Saturn-Mond Titan beisteuerte, herrschte Erleichterung. "Jetzt können wir aufatmen", sagte Michael Khan von der ESA-Planungsabteilung.

Das Gelingen des Manövers, lag nicht mehr in den Händen der Wissenschaftler. Es dauert fast eineinhalb Stunden, bis ein Signal aus dem fernen All auf der Erde ankommt - viel zu spät, um noch steuernd einzugreifen. Alle Flugmanöver laufen daher automatisch ab. Gefahr drohte der Sonde vor allem durch eine Kollision etwa mit einem Eisbrocken.

"Viel Intelligenz"

ESA-Missionsanalyst Michael Khan sagt, dass während der langen Reise zum Saturn "viel Zeit zum Testen" gewesen sei. Außerdem gebe es "sehr viel Intelligenz an Bord" der Sonde. Verläuft alles nach Plan, dann soll "Cassini" den zweitgrößten Planeten des Sonnensystems in den nächsten vier Jahren 76 Mal umrunden. Gebannt warten die 260 an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler schon jetzt auf die Messungen und Fotos, die die Sonde ihnen liefern wird.

Das Ringsystem des Saturn gehört dabei zu den wichtigsten Forschungsbereichen. Der italienische Wissenschaftler Galileo Galilei sah sie Anfang des 17. Jahrhunderts als erster Mensch durch ein Teleskop, konnte sich ihre Struktur jedoch nicht erklären. Erst Huygens erkannte 1659 ihren wirklichen Aufbau. Cassini entdeckte dann 1675, dass es sich nicht um einen einzelnen Ring handelt. Inzwischen gehen Wissenschaftler von bis zu 1000 Einzelringen aus. Vieles an ihnen bleibt aber rätselhaft.

Landung auf dem Titan

In 52 Umläufen soll sich "Cassini" sieben Monden des Saturn nähern. Bereits im Anflug lieferte die Sonde die bislang schärfsten Bilder des äußersten Mondes Phoebe: eine zerklüftete und mit Kratern übersäte Landschaft, die von den Spuren eines seit Milliarden Jahren anhaltenden Bombardements durch Meteoriten gezeichnet ist. Höhepunkt ist die geplante Landung auf dem größten Saturnmond Titan. Dazu wird das Landegerät Huygens Weihnachten von der Hauptsonde Cassini abgetrennt und am 14. Januar 2005 mit einem Fallschirm auf dem Titan aufsetzen.

Nur wenige Stunden wird Huygens Daten senden können, da das Gerät bei Temperaturen von minus 180 Grad nur kurze Zeit funktionieren wird. Auf dem Titan werden Seen aus Methan, elektrische Stürme und Berge, die von Kohlenwasserstoff-Niederschlägen geformt wurden, vermutet. Die dichte Atomsphäre des Mondes ähnelt derjenigen, die auf der Erde vor Beginn des Lebens herrschte. "Titan ist wie eine Zeitmaschine, die uns in die Vergangenheit mitnimmt", sagt NASA-Wissenschaftler Dennis Matson. Sein ESA-Kollege Michael Khan nennt den Mond "ein Labor der Ur-Erde". (mas/arn)

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