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Afrika

Salif Keita und die Liebe zum Unterschied

Der malische Sänger Salif Keita wurde bekannt als die "Goldene Stimme Afrikas". Aber der Weg zum Erfolg war für den Weltmusikstar schwierig. Heute singt der Albino über seine Behinderung und hilft anderen Albinos.

Salif Keita Konzertbild (Bild: dpa)

Schwarzer mit weißer Haut: Salif Keita

"Ich bin ein Schwarzer, meine Haut ist weiß. Und ich liebe das", singt Salif Keita auf seiner CD "La Difference" - der Unterschied. "Ich bin ein Weißer, mein Blut ist Schwarz", heißt es weiter. "Das ist der Unterschied und der ist schön." Wenn der 62-jährige Salif Keita über seine Krankheit singt, dann geht es ihm um viel mehr als nur um seine eigene Geschichte. Auch in den vergangenen Monaten haben angebliche Wunderheiler wieder Jagd auf Albinos gemacht.

Albinos in Burundi (Bild: dpa)

Verfolgt und ausgegrenzt: Albinos in Burundi

Ein grausamer Irrglaube behauptet, dass Körperteile von Albinos zu Medizin verarbeitet, heilende Kräfte hätten. In Ländern wie Tanzania, Burundi und Uganda müssen Albinos deshalb noch immer um ihr Leben fürchten. Für Salif Keita war das ein wichtiger Grund, eine CD über Albinos zu machen. "Das sind alte Probleme und die müssen gelöst werden", sagt er. Besonders wenn es um menschliche Schlachtopfer gehe. "Jedes Jahr verschwinden hunderte Albinos weil sie zu Opfern von Ritualmorden werden. Da kann ich bei den ganzen Schwierigkeiten nicht den Mund halten. Da musste ich mich engagieren!"

Konzerte gegen Vorurteile

Mit der CD über den Unterschied im Gepäck ist Salif Keita in Ostafrika auf Tournee gegangenen. Er hat Konzerte gegeben in Burundi, Uganda, Kenia und Tansania. Überall dort, wo Albinos noch immer Opfer des tödlichen Aberglaubens werden. Und Keita sieht erste Erfolge seiner Aufklärungsarbeit: In Tansania sitzt mittlerweile ein Albino als Abgeordneter im Parlament. "Ich glaube mein Engagement trägt Früchte", sagt er. Und der Kampf gehe weiter. "Der Verstand ist das, was zählt. Das macht doch den Menschen aus! Der soziale Wert eines Menschen zählt. Nicht die Hautfarbe. Dagegen kämpfe ich." Ein Kampf, den Salif Keita seit seiner Kindheit führt. Die Geburt des weißen Sohnes war ein Schock für Salifs Vater. Jahrelang weigerte er sich, mit dem Sohn zu sprechen, der so anders war als alle anderen Kinder.

Salif Keita (Bild: AP)

Engagierter Musiker: Salif Keita

Traumberuf Lehrer

Salif strengte sich in der Schule an, fiel auf durch herausragende Leistungen und wollte Lehrer werden. Wieder stand ihm die Krankheit im Weg: Seine Augen waren zu schlecht. Die Musik war eine Notlösung, um irgendwie Geld zu verdienen. Heute gehört Salif Keita zu den bekanntesten afrikanischen Musikern. Und auch wenn er ein komfortables Leben zwischen Europa und Afrika führen kann – Keita vergisst nicht, wo er herkommt: Seine Inspiration finde er im täglichen Leben, sagt der Musiker. "Ich spreche in meiner Musik von den Gesellschaftsgruppen, die mit ihren Problemen nicht an die Öffentlichkeit gehen können. Die Tauben, die Blinden, Behinderte – Menschen, die in ihrem Leben soziale Probleme haben."

Tanzen statt Nachdenken

Salif Keita hofft, mit seinen Texten etwas zu bewegen. Vorurteile abzubauen und Menschen am Rand der Gesellschaft zu helfen. Er singt neben Französisch überwiegend auf Bambara und auch auf Malinké; also afrikanischen Sprachen. Deshalb gibt es für Salif Keita auch einen entscheidenden Unterschied zwischen Konzerten in Europa und Auftritten in seiner Heimat: "Wenn wir in Europa sind, versuchen wir lieber, die Leute zum Tanzen zu bringen, anstatt sie zum Nachdenken zu bewegen. Die Leute verstehen ja nicht, was ich singe", sagt er.

Zum Tanzen bringt Salif Keita seine Fans zurzeit in den USA – dort ist der Weltmusikstar in den nächsten Wochen auf Tournee bevor er wieder in Europa auftritt und ein Song darf dabei sicher nicht fehlen: Keitas Klassiker Yamore – ein Duett mit der kapverdischen Sängerin Cesaria Evora.

Autorin: Christine Harjes

Redaktion: Nicola Reyk

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