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Tour de France

Sagan siegt auf Tour-Etappe in Longwy

Auf den letzten Metern rutscht er aus dem Pedal und triumphiert dennoch: Weltmeister Peter Sagan gewinnt den ersten Bergsprint der Tour de France 2017. Die deutschen Sprinter hatten mit der Entscheidung nichts zu tun.

Schrecksekunde auf der Zielgeraden: Rund 300 Meter vor dem Ziel rutschte Peter Sagan in Führung liegend aus dem Pedal. Normalerweise ein Missgeschick, das so kurz vor dem Ziel das Ende aller Siegträume bedeutet. Nicht bei Sagan. Der Topstar des Radsports glitt schnell wieder ins Pedal, trat an und gewann die dritte Etappe der 104. Tour de France knapp aber verdient. Nach 212,5 Kilometer von Verviers nach Longwy setzte sich der Kapitän des deutschen Teams Bora-hansgrohe am Ende einer 1,6 Kilometer langen Bergwertung der dritten Kategorie vor dem Australier Michael Matthews (Sunweb) und dem Iren Daniel Martin (Quickstep) durch.

"Es war ein harter Anstieg. Nachdem Richie Porte attackiert hatte, gab es eine Lücke", beschrieb Sagan die Situation im Schlussanstieg. "Dann bin ich einfach mal losgefahren. Vielleicht war das etwas früh und ich musste daher kurz wieder rausnehmen. Und dann bin ich noch aus dem Pedal gerutscht. Also habe ich gleich zwei Fehler gemacht - und dennoch hat es gereicht." Der Allrounder aus der Slowakei beschrieb damit treffend seine Dominanz im Finale. Sagan war einfach so stark, dass er selbst trotz des Missgeschicks und der Tatsache, dass er früh im Wind fuhr, am Ende gewann.

Deutsche Sprinter chancenlos

Radsportler Peter Sagan, Slowakei (Getty Images/AFP/Y. Coatsaliou)

Die schnellste Mähne im Peloton: Weltmeister Peter Sagan

In einem solch knackigen Finale berghoch hatten alle Experten vor der Etappe seinen Namen genannt und Sagan hielt dem Druck stand. "Was ist überhaupt Druck?", fragte der extrovertierte Teenager-Schwarm in seiner eigenen, sehr selbstbewussten Art im Interview den Reporter zurück. Sagan nahm es wie immer locker. Lüttich-Sieger Marcel Kittel (Quickstep) hatte dagegen erwartungsgemäß keine Chance auf dem anspruchsvollen Schlussanstieg und verpasste damit auch das Gelbe Trikot. Auch André Greipel (Lotto) konnte nicht mit in die Sprintentscheidung eingreifen. Die Tatsache, dass auch John Degenkolb (Trek-Segafredo) auf der Zielgeraden nicht zu sehen war, überraschte dagegen. Der Klassikerspezialist hatte sich für diese Etappe eigentlich viel vorgenommen.

Ein anderer Deutscher sorgte unterwegs für Kurzweil: Der junge Katusha-Profi Nils Politt fuhr bei seiner ersten Tour de France lange in einer sechsköpfigen Ausreißergruppe. Das Feld ließ sie zunächst gewähren. 105 Kilometer vor dem Ziel hatte sich Politt zusammen mit Nathan Brown kurz abgesetzt. Als das Finale näher rückte, fiel die Gruppe auseinander. Im deutschen Team des Tagessiegers herrschte natürlich beste Stimmung:  "Das war ein großer Moment. Wir sind zum ersten Mal hier, jetzt hat es endlich geklappt, da werden wir heute Abend sicher anstoßen", sagte Bora-Teammanager Ralph Denk, der kurz am Sieg zweifelte: "Als Peter aus der Pedale rutschte, hatten wir Zweifel, aber er hat es weltmeisterlich gelöst."

Die Tour kehrt nach Frankreich zurück

Tour de France 2017 (Getty Images/P.Lopez)

Zur Abwechslung mal trocken: Das Peloton heute mal nicht im Regen und wieder in Frankreich.

Das Gelbe Trikot verteidigte der Brite Geraint Thomas (Sky) erfolgreich, der die Gesamtführung am Samstag beim Auftakt in Düsseldorf übernommen hatte. Thomas führt mit zwölf Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen und Titelverteidiger Christopher Froome (Großbritannien) sowie Matthews. 

Für die Tour war es nach den Abstechern nach Deutschland, Belgien und Luxemburg zugleich die Rückkehr nach Frankreich. Am Dienstag geht es von Mondorf-les-Bains nach Vittel.

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