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Sport

Safarova und Williams im Finale von Paris

Die Tschechin Lucie Safarova besiegt Ana Ivanovic aus Serbien und trifft nun auf Serena Williams aus den USA. Die setzte sich nach einer denkwürdigen Partie gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky durch.

Die Weltranglisten-Erste Serena Williams steht bei den French Open im Endspiel. Die Amerikanerin gewann am Donnerstag in Paris im Halbfinale gegen Timea Bacsinszky aus der Schweiz mit 4:6, 6:3, 6:0 und greift beim Sandplatz-Klassiker damit nach ihrem dritten Titel. Im Finale trifft die 19-fache Grand-Slam-Turnier-Siegerin am Samstag auf Lucie Safarova. Die tschechische Fed-Cup-Gewinnerin von
2014 setzte sich gegen die Serbin Ana Ivanovic mit 7:5, 7:5 durch und steht damit zum ersten Mal bei einem Major-Event im Endspiel.

"Ein Traum wird wahr für mich", sagte Safarova nach dem größten Erfolg ihrer Karriere überwältigt. "Ich kann es noch gar nicht glauben, was ich geschafft habe." Nachdem die Fed-Cup-Siegerin von 2014 nach 1:52 Stunden ihren dritten Matchball verwandelt hatte, ließ sie sich glücklich auf den Rücken fallen, ehe sie Kusshände an das Pariser Publikum verteilte.

Schweinsteiger leidet mit

Dabei erwischte Ivanovic auf dem Centre Court Philippe Chatrier den deutlich besseren Start und nahm der Tschechin sofort den Aufschlag ab. Bis zum 5:2 im ersten Satz hatte die Serbin die Partie sehr zur Freude ihres Freundes, Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger, im Griff. Doch dann verlor die Nummer sieben der Welt auf einmal ihren Rhythmus. Safarova wurde dagegen immer stärker und holte sich nach 46 Minuten überraschend doch noch den ersten Satz.

French Open Ana Ivanovic

Starkes Spiel, stärkere Gegnerin: Ana Ivanovic scheidet im Halbfinale von Paris aus

Auch im zweiten Durchgang fand Ivanovic nicht mehr zu ihrem druckvollen Spiel zurück. Stattdessen gelang Safarova das erste Break. Doch als die 28-Jährige beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn aufschlug, begannen ihre Nerven auf einmal zu flattern. Nachdem sie zuvor sehr gut serviert hatte, leistete sie sich nun auf einmal drei Doppelfehler und vergab sogar einen Matchball. Ivanovic kam so noch einmal ins Spiel und glich zum 5:5 aus. Aber dann verlor sie ihrerseits wieder ihren Aufschlag, wenig später machte Safarova den Finaleinzug perfekt.

Williams angeschlagen

Serena Williams taumelte, aber sie fiel nicht - und das nicht nur im übertragenen Wortsinn. Der Superstar gab gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky eine rätselhafte Vorstellung. Zwischenzeitlich sah es danach aus, als wäre sie im Krankenhaus besser aufgehoben als auf dem Court Philippe Chatrier. "Ich bin krank, ich weiß nicht, woher ich die Energie für diesen Sieg genommen habe", sagte sie
anschließend, ehe sie das Sieger-Interview mit einem Hustenanfall beendete.

Williams' Auftritt erinnerte in manchen Momenten an die seltsame Darbietung in Wimbledon im vergangenen Jahr. Damals war sie im Doppel wie benebelt über den Platz gestolpert, vor dem Aufschlag konnte sie nicht einmal mehr den Ball auf den Boden prellen. Das passierte der 33-Jährigen auch gegen Bacsinszky, was folgte, war ein Ass mit 193 Stundenkilometern.

Wieviel Show in ihrem Drama steckte, kann nur Williams selbst beurteilen. Ihr ging es so schlecht, dass sie sich während der Seitenwechsel auf der Lehne ihrer Sitzbank aufstützen und den Kopf mit dem Eishandtuch kühlen musste. Zwischen den Ballwechseln schlich sie im Zeitlupentempo über die rote Asche - eine Behandlungspause nahm sie allerdings nicht. Schwer gezeichnet gewann sie nach dem 2:3 im zweiten Satz zehn Spiele nacheinander und damit das Match.

Frankreich Tennis French Open Halbfinale Williams Bacsinszky

Seltsame Vorstellung der Tennis-Diva: Serena Williams ließ sich oft hängen, war in entscheidenden Momenten aber da

Damit setzten sich die seltsamen Auftritte der Tennis-Diva in Paris fort. Dreimal, darunter auch in Runde zwei gegen Nobody Anna-Lena Friedsam aus Deutschland, hatte sie den ersten Satz völlig verschlafen und sich mühsam durchs Turnier gequält. Erst im Viertelfinale am Mittwoch gegen Sara Errani aus Italien überzeugte sie zum ersten Mal.

Williams ist allen Gegnerinnen auf der Welt derzeit allerdings dermaßen überlegen, dass sie selbst sichtlich angeschlagen von Erfolg zu Erfolg eilt. Nach ihrem Triumph bei den Australian Open kann sie nun bereits ihr zweites Grand-Slam-Turnier in dieser Saison gewinnen. So ist auch der Rekord von Steffi Graf, die als erfolgreichste Spielerin in der Geschichte des Profitennis 22 Majortitel gewann, nicht mehr weit entfernt.

to (dpa/sid)

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