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Russland will Freie Syrische Armee unterstützen

24. Oktober 2015

Der Westen wirft Russland vor, in Syrien Militärschläge auch gegen gemäßigte Rebellen zu fliegen. Jetzt hat Moskau angeboten, diese im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Doch die Freie Syrische Armee lehnt ab.

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Russischer Militärjet (Foto: rtr, russisches Verteidigungsministerium)
Bild: Reuters/Ministry of Defence of the Russian Federation

Russland ist bereit, auch die Rebellen der Freien Syrischen Armee mit Luftangriffen im Kampf gegen Extremisten zu unterstützen. Das sagte Außenminister Sergej Lawrow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Doch diese haben den Vorschlag abgelehnt.

Der Westen wirft Russland vor, mit seinem militärischen Engagement in Syrien vor allem Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen und neben der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) auch Stellungen der gemäßigten Rebellen zu bombardieren. Zu den gemäßigten Rebellen zählt auch die Freie Syrische Armee. Sie wird vom Westen unterstützt und kämpft nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen die Armee Assads.

Präsidentenwahlen unabdingbar

Für eine politische Lösung des Syrienkonflikts halte er Parlaments- und Präsidentenwahlen für unabdingbar, sagte Lawrow außerdem im russischen Fernsehen. Externe Akteure könnten nicht für die Syrer entscheiden - diese sollten selbst einen Plan für ihr Land entwerfen, bei dem die Interessen aller religiösen, ethnischen und politischen Gruppen berücksichtigt würden.

Offensichtlich mit Bezug auf westliche Politiker sagte Lawrow, es entwickele sich nun ein "korrektes Verständnis" von der Lage in Syrien, auch wenn die gegen Staatschef Baschar al-Assad gerichtete "Demokratie-Rhetorik" andauere. Die Entwicklung mache ihm Hoffnung, "dass der politische Prozess in absehbarer Zukunft vorangeht", so der russische Außenminister. Und vor diesem Hintergrund sei die Vorbereitung von Wahlen erforderlich.

Russland als engster Verbündeter von Präsident Assad hat sich bislang gegen Forderungen des Westens gestellt, nach denen es eine Lösung des Konflikts nur ohne den autokratischen Machthaber geben könne. Am Freitag hatte sich Lawrow allerdings in Wien mit US-Außenminister Kerry darüber verständigt, neue Wege zu gehen, um eine politische Lösung für den Bürgerkrieg zu finden. An dem Treffen nahmen auch die Außenminister der Türkei und Saudi-Arabiens teil.

Kerry mit Lawrow in Wien (Foto: rtr)
John Kerry (l.) und Sergej LawrowBild: Reuters/C. Allegri

Enge Zusammenarbeit mit USA

Auch mit den USA strebe Russland eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien an, so Lawrow weiter.

Die USA greifen seit mehr als einem Jahr an der Spitze einer internationalen Koalition in den Syrien-Konflikt ein und bombardieren Stellungen der IS-Miliz. Die bisherige US-Strategie aus Luftangriffen und der Ausbildung und Ausrüstung von gemäßigten syrischen Rebellen sowie kurdischen Einheiten für den Kampf am Boden konnte den IS bislang aber nicht entscheidend schwächen.

Am Freitag ernannte US-Präsident Obama einen neuen Koordinator der US-Aktionen gegen den "Islamischen Staat" im Irak und in Syrien: Brett McGurk ist ein ausgewiesener Experte für die Region. Der 42-jährige übernimmt den Posten von General John Allen, der in den Ruhestand versetzt wird. Noch ist unklar, ob die Ernennung McGurks einen Politikwechsel in Washington bedeuten könnte.

chr/djo (rtr, afp)