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Fokus Osteuropa

Russland: Vertrauen in den Euro gering

Trotz aktueller Rubelschwäche: Die Russen vertrauen der eigenen Währung am meisten. Dabei spielt auch die Eurokrise eine Rolle, wie der DW-Trend für Russland zeigt.

Euro- und Rubel-Geldscheine (Foto: RIA Novosti)

Euro- und Rubel-Geldscheine

Das Vertrauen der Russen in den Euro als Währung ist im Vergleich zum US-Dollar und dem Rubel am niedrigsten. Ausländische Währungen sind im Gegensatz zu früheren Zeiten keine Alternative für die russische Bevölkerung. Das geht aus dem aktuellen DW-Trend für Russland im Monat Juli hervor. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle repräsentativ 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in ganz Russland befragt.

Gefragt danach, welcher Währung sie am meisten vertrauen, nennen 67 Prozent der Russen die eigene Währung Rubel. Dies mag angesichts der aktuellen Rubelschwäche erstaunen, ist jedoch mit dem wesentlich geringeren Vertrauen der Russen in den US-Dollar und den Euro begründet. Nur 13 Prozent der Russen vertrauen dem US-Dollar und lediglich sechs Prozent dem Euro.

Das wird auch deutlich bei der Wahl der Währung, um eigene Ersparnisse abzusichern. Während rund zwei Drittel (62 Prozent) angeben, dass sie Ersparnisse in Rubel haben, halten nur 12 Prozent ihre finanziellen Reserven in US-Dollar und fünf Prozent in Euro. Rund ein Viertel der Befragten gab an, über gar keine Ersparnisse zu verfügen (26 Prozent).

Trotz des geringen Vertrauens in den Euro als Währung, gehen die Russen davon aus, dass Europa seine derzeitigen Wirtschafts- und Finanzprobleme in den Griff bekommt. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Befragten glaubt, dass die EU-Staaten die Eurokrise meistern werden. 21 Prozent der Befragten glauben allerdings nicht daran.

Für die derzeitige Schwächephase des Rubels macht ein großer Teil der russischen Bevölkerung die eigene Regierung verantwortlich. 38 Prozent geben an, eine falsche Wirtschaftspolitik im eigenen Land sei die Hauptursache für den Verfall des Rubel-Kurses gegenüber US-Dollar und Euro. Die Finanzkrise in den Euro-Staaten halten nur 22 Prozent der Befragten für die Hauptursache der Rubelschwäche. Nur 16 Prozent sehen die allgemeine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in der Welt als Grund.

Bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme Russlands sehen die Befragten also klar ihre eigene Regierung in der Verantwortung. Wenn Politiker in Moskau auf die Probleme in den EU-Ländern und der Weltwirtschaft als Ursache für Schwierigkeiten in Russland hinweisen, stößt das nur bei einem kleinen Teil der Bürger auf Zustimmung. Es ist allerdings auffällig, dass insbesondere unter der jüngeren Bevölkerung (unter 40 Jahren) der Anteil derer, die eine Verantwortung für die Rubelschwäche auch bei den Euro-Staaten sehen, mit 25 Prozent höher ist als bei den älteren Befragten (16 bis 19 Prozent).