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Nahost

Russland kritisiert Irans Raketen- und Atompolitik

Der Iran scheint im Streit um sein Atomprogramm den wichtigsten Verbündeten zu verlieren: Russland hat Teherans Absichten, Uran anzureichern und Raketen zu bauen zum ersten Mal deutlich kritisiert.

Wladimir Putin (L) und Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad (R) in Tehran, (16.10. 2007, Quelle: DPA)

Die Zeit der Eintracht scheint vorbei: Russland kritisiert Teheran scharf

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Mittwoch (13.2.2008) laut Meldungen russischer Nachrichtenagenturen, seine Regierung missbillige die "permanente Demonstration" der iranischen Absichten, Raketentechnologie zu entwickeln und Uran anzureichern.

Scharfe Kritik aus Moskau

Nach internationalem Recht seien die Aktivitäten des Irans zwar nicht verboten, sagte Lawrow, der sich auf dem Rückweg von einem EU-Russland-Treffen in Ljubljana befand, vor Journalisten. Man dürfe aber nicht außer Acht lassen, "dass die vergangenen Jahre eine Reihe von Problemen mit Bezug auf das iranische Atomprogramm aufgezeigt haben". Er forderte Teheran auf, "Aktionen zu unterlassen, die die Spannungen verschärfen". Der Iran solle nicht ständig den Eindruck erwecken, die internationale Gemeinschaft interessiere ihn nicht.

"Kampf gegen westliche Dominanz"

Start einer neuen iranischen Rakete (4.2.2008, Quelle: DPA)

Das neue iranische Raketenprogramm empfindet Russland als Provokation (Archiv-Fotos)

Anfang Februar hatte der Iran anlässlich der Eröffnung seines ersten Raumfahrtzentrums einen Raketentest unternommen. Die iranische Führung nannte die Einweihung des Raumfahrtzentrums einen Schritt im Kampf gegen westliche Dominanz. Gleichzeitig setzte Iran sein Programm zur Urananreicherung fort, obwohl das Land von Russland mit Brennstoff für das Atomkraftwerk in Buschehr beliefert wird. Buschehr wurde mit Hilfe Moskaus im Südiran errichtet.

Iran entwickelt Atom-Technik weiter

Die russische Kritik erreicht den Iran zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Teheran ist bei seinen Bemühungen um die Anreicherung von Uran offenbar einen großen Schritt weiter gekommen. Eine neue Generation von Zentrifugen habe die Produktion von Urangas in kleinen Mengen aufgenommen, sagten Diplomaten bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien am Mittwoch. Dieses Urangas könnte auch für nukleare Sprengköpfe verwendet werden.

Die Diplomaten betonten allerdings, dass die Zentrifugen nur mit extrem kleinen Mengen Urangas arbeiteten. Auch seien erst zehn dieser Maschinen im Einsatz. Die produzierte Menge angereicherten Urans liege also weit unter der, die für den Bau von Atomwaffen notwendig wäre. Auch für die Energiegewinnung zu zivilen Zwecken reiche diese Menge nicht aus. Dennoch löste die Nachricht unter westlichen Diplomaten Besorgnis aus.

Die westlichen Staaten verdächtigen den Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Russland ist ständiges UN-Sicherheitsratsmitglied und unterhält enge Beziehungen zu Teheran.(mg)

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