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Nahost

Iran startet erste Forschungsrakete

Nach Japan und China will jetzt auch der Iran den Weltraum erobern: Teheran hat eine Forschungsrakete gestartet, die bald Satelliten ins All befördern soll. Kritiker spekulieren, die Rakete diene ganz anderen Zwecken.

Start der iranischen Forschungsrakete (4.2.2008, Quelle: AP)

Nur ein Standbild vom Start wurde gezeigt: Irans erste Forschungsrakete

Das staatliche Fernsehen berichtete, die Rakete "Explorer-1" sei ins All geschossen worden. Ähnliche Angaben hatten Beobachter in der Vergangenheit allerdings bezweifelt. Die Rakete soll spätestens in einem Jahr einen Forschungssatelliten ins All bringen. "Wir sind heute Zeuge, wie der Iran seinen ersten Schritt ins All macht", sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einer Rede zur Eröffnung des Zentrums. "Einen Satelliten zu bauen und abzufeuern ist eine wichtige Leistung."

Ist sie tatsächlich gestartet?

Irans Präsident beim Start der Forschungsrakete (4.2.2008, Quelle: AP)

Irans Präsident beim Start der Forschungsrakete

Das staatliche iranische Fernsehen zeigte nur ein Standbild von der Rakete auf einer Abschussrampe in einem Wüstengebiet, aber nicht ihren Start. In dem Fernsehbericht wurde nicht klar, wie hoch die Rakete stieg. Der Weltraum beginnt nach allgemeiner Einschätzung in einer Höhe von 100 Kilometern über der Erde. Die niedrigsten Satelliten fliegen in einer Höhe von 160 bis 500 Kilometer, Kommunikations- und Wettersatelliten sogar zwischen 400 und 20.000 Kilometer hoch.

Auch von dem Raumfahrtzentrum wurden nur Bilder eines flachen, von Fahnen umgebenen Areals gezeigt. Der Iran will in den kommenden drei Jahren mehrere weitere Satelliten ins All schießen. In Russland wurde bereits der mit iranischer Beteiligung gebaute Satellit Sina-1 gestartet, nach iranischen Presseberichten ist er für Forschung und Telekommunikation bestimmt.

Im Februar vergangenen Jahres stieg eine iranische Rakete zum Rand des Alls auf, erreichte aber keine Umlaufbahn. Einige westliche Experten haben erklärt, der Iran benutze sein Weltraumprogramm möglicherweise, um die militärische Weiterentwicklung seiner Raketen zu verschleiern.

Rakete könnte auch als Waffe dienen

Analysten zufolge könnte die Technologie zum Transport von Satelliten auch dazu verwendet werden, Atomwaffen abzufeuern. Westliche Regierungen verdächtigen den Iran, heimlich nach solchen Waffen zu streben. Vor allem verlangt die internationale Gemeinschaft einen Stopp der iranischen Uran-Anreicherung, die eine Schlüsseltechnik für den Bau von Atomwaffen ist. Der Iran hat wiederholt erklärt, die Kernkraft lediglich zur Stromgewinnung nutzen zu wollen.

Irans Forschungsrakete (4.2.2008, Quelle: AP)

Bald sollen die Raketen Satelliten ins All befördern

Vor dem Raketenstart hatte Ahmadinedschad das Raumfahrtzentrum präsentiert. Es verfügt über eine unterirdische Bodenkontrolle und eine Abschussrampe. "Wir brauchen eine aktive und einflussreiche Präsenz im Weltall", sagte der Präsident bei der Zeremonie. Dazu sei nun der erste Schritt unternommen worden. Er enthüllte auch den ersten im Iran gebauten Satelliten mit der Bezeichnung "Omid" ("Hoffnung"). Das Fernsehen berichtete, die Arbeiten an dem Satelliten hätten zehn Jahre gedauert. Er soll den Angaben zufolge in den kommenden zwölf Monaten mit einer Rakete des nun getesteten Typs ins All gebracht werden und die Erde in einer niedrigen Umlaufbahn umkreisen, hieß es. (mg)

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