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Kultur

Russland: Grandiose Mangelwirtschaft

In Russland ist der Sport Chefsache: Präsident Wladimir Putin lässt es sich nicht nehmen, selbst auf die Skipiste oder die Judomatte zu steigen. Doch an der Basis fehlt es am Nötigsten.

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Eiskunstlaufen ist eine der beliebtesten Sportarten

Die Widersprüche innerhalb des Sportbetriebs sind krass: Auf der einen Seite werden Goldmedaillen bei Olympischen Spielen mit mehr als 55.000 Euro belohnt, auf der anderen Seite gibt es Verordnungen zur Absicherung der Ernährung von Sportlern und zur Ausgabe von Medikamenten, Vitaminen oder Wundverbandmaterial.

Das System erinnert an die Lebensmittelkarten nach dem Krieg: Die Grundversorgung für Sportler in internationalen Wettkämpfen beträgt rund 100 Rubel pro Tag. Das sind nicht einmal 4 Euro (21.3.2002). Ist der Sportler schwerer als 90 Kilo, gibt es 15 Prozent mehr, trainiert er in Sibirien oder im hohen Norden, dann gibt es weitere 30 Prozent Aufschlag.

Strenger Vergabeschlüssel

Hochleistungssport und Olympiavorbereitung sind Sache des Nationalen Olympischen Komitees. Das Geld kommt vom Sportministerium, dem "Staatlichen Komitee für Körperkultur, Sport und Tourismus". Ein Großteil der Spitzensportler ist jedoch von jeher beim Armeesportklub in Moskau unter Vertrag. Ohne zahlungskräftige Sponsoren geht jedoch nahezu nichts mehr.

Die raren Gelder zur sozialen Absicherung der Sportler werden an exakt vordefinierte Gruppen von Anspruchsberechtigten gezahlt. Die "Förderung von Mäzenatentum und Wohltätigkeitsaktionen" ist erklärtes gesetzliches Ziel.

Einsatzkommando für den Nachwuchs

Kinder- und Jugendsportschulen, Sportklubs und "Schulen der höchsten sportlichen Meisterschaft" waren in der Sowjetunion allgegenwärtig. Viele dieser Sportstätten gibt es immer noch, aber sie sind in einem desolaten Zustand.

Von Regierungsseite ist Abhilfe angeordnet worden: Die Wirtschafts- und Verteidigungsministerien wurden beauftragt, nach Möglichkeiten zur Herstellung preiswerter Sportgeräte zu suchen. Das Energieministerium ist gehalten, die Schulen regelmäßig Fernwärme und Strom zu versorgen. (arn)

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