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Bücher

Russischer Schriftsteller Fasil Iskander ist tot

Bekannt wurde er mit Schelmenromanen über seine Heimat im Kaukasus. Am Sonntag ist Fasil Abdulowitsch Iskander im Alter von 87 Jahren in Moskau gestorben.

"Mit Fasil Iskander verschwindet eine ganze Epoche der sowjetischen und russischen Literatur", sagte der abchasische Präsident Raul Chadschimba nach Angaben der Agentur Interfax. Der Schriftsteller kam aus der Region Abchasien am Schwarzen Meer, das heute zu Georgien gehört, sich aber abgespalten hat.

In seinem bekanntesten Werk, dem Epos "Sandro von Tschegem", berichtete Iskander mit viel Humor vom Leben abchasischer Bauern vor und während der Sowjetherrschaft. Der erste Teil erschien 1973 und wurde von der russischen Zensur stark gekürzt. Erst zu Zeiten der Glasnost (Offenheit) in der Sowjetunion der 1980er Jahre konnte sein Hauptwerk in der vollständigen Fassung veröffentlicht werden.

Iskander wurde am 6. März 1929 in Suchumi geboren. In den 1950er Jahren studierte er am Gorki-Institut für Literatur in Moskau. Er schrieb nur auf Russisch. Auch gesellschaftlich war Iskander engagiert: bis 2001 war er Mitglied des Beirats für Begnadigungen beim russischen Präsidenten. Der Schriftsteller bekam zahlreiche russische und internationale Kulturpreise, darunter den "Staatspreis der Russischen Föderation" und den "Staatspreis der UdSSR". In Deutschland wurde Iskander 1992 mit dem Puschkin-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung ausgezeichnet.

nf/rb (dpa, russisches Fernsehen)