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Wirtschaft

Russischer Investor kauft sich in Nürburgring ein

Der insolvente Nürburgring hat einen Käufer gefunden: den russischen Geschäftsmann Viktor Charitonin. Für die Besitzgesellschaft der Rennstrecke in der Eifel ist das ein Glücksfall.

Der russische Investor Viktor Charitonin kauft sich beim insolventen Nürburgring ein. Er sei an der Firma NR Holding beteiligt, die die Mehrheit an der Besitzgesellschaft übernommen habe, teilten die Nürburgring-Sanierer am Donnerstag mit. Sie sprachen von einem finanzstarken und langfristigen Partner. An diesem Freitag wäre eine zweite Kaufpreisrate von fünf Millionen Euro für die legendäre Eifel-Rennstrecke fällig geworden, die der neue Anteilseigner aber bereits bezahlt habe - auch Geld für eine Rate im Dezember sei schon geflossen.

Wenn die Rate nicht gezahlt worden wäre, hätte der gesamte Kaufvertrag auf der Kippe gestanden - und damit die Gefahr einer Schließung des Nürburgringes. Die Sanierungsgesellschaft sieht den Einstieg von Charitonin als "positives Signal".

Die Rennstrecke, auf der auch die Formel 1 ihre Runden dreht, lockt seit 1927 Motorsportfans und Touristen an. Im März 2014 waren zwei Drittel des Nürburgrings für 77 Millionen Euro an die Capricorn Nürburgring Besitzgesellschaft (CNBG) verkauft worden. Hinter der Capricorn verbirgt sich der mittelständische

Autozulieferer Robertino Wild,

dessen Anteile der milliardenschwere Unternehmer Viktor Charitonin nun übernimmt. Das noch verbleibende Drittel hält weiterhin die Motorsportfirma GetSpeed.

Vermittler: Roman Abramowitsch

Charitonin ist Besitzer des russischen Arzneimittelherstellers Pharmstandard. Er gilt als Geschäftsfreund des ebenfalls sportbegeisterten Oligarchen Roman Abramowitsch, dem der englische Premier-League-Club Chelsea FC gehört. Agenturberichten zufolge soll Abramowitsch den Kontakt zwischen Charitonin und Wild vermittelt haben.

Somit bleibt der Nürburgring weiterhin eine Motorsportstrecke. Das Land Rheinland-Pfalz war mit dem Plan gescheitert, aus dem abgelegenen Gelände einen großen Freizeitpark zu machen. Die EU-Kommission verbot dem Land weitere Subventionen, worauf die Besitz- und Betreibergesellschaften Insolvenz anmelden mussten.

js/dk (rtr, dpa, afp)