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Politik

Russische Ermittler gehen von Anschlag aus

Bei einem schweren Zugunglück in Russland sind mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Staatsanwälte und Geheimdienst vermuten, dass der Schnellzug zwischen Moskau und St. Petersburg von Terroristen attackiert wurde.

Entgleister Waggon mit Rettungskräften (Foto: AP)

Bei dem Unglück wurden mehrere Waggons zerstört

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass ein terroristischer Anschlag den Schnellzug am Freitagabend auf der Strecke von Moskau nach St. Petersburg zum Entgleisen brachte. Das teilte die russische Staatsanwaltschaft am Samstag (28.11.2009) in Moskau mit.

Drei Waggons des "Newski Express" entgleisten in der Nähe des Dorfs Uglowka rund 350 Kilometer von Moskau entfernt. Mehrere der insgesamt 14 Waggons seien zerstört worden, teilte die Eisenbahn mit. Die schreckliche Bilanz: Mindestens 39 Menschen kamen ums Leben, rund 100 weitere wurden verletzt. Etwa 700 Passagiere befanden sich in dem Zug.

Der Unglücksort wurde am Tag nach dem Bombenanschlag von einer weiteren Detonation erschüttert. Nach Angaben der Eisenbahngesellschaft wurde diesmal aber niemand verletzt. Es sei ein weiterer Teil des alten Sprengsatzes explodiert.

Die Verbindung zwischen den beiden größten Städten des Landes, Moskau und St. Petersburg, ist vielbefahren. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind oft voll besetzt. Unter den Reisenden sind häufig Geschäftsleute und Regierungsmitarbeiter.

Spekulationen um mögliches Attentat

Verletzte Passagiere auf Bahngleisen (Foto: AP)

Fast 100 Menschen wurden verletzt

Ein Augenzeuge soll nach Angaben eines Bahnmitarbeiters von einem lauten Knall berichtet haben. Ein anderer Passagier sagte in St. Petersburg dagegen, es habe keine Explosion gegeben. Ein Polizeisprecher sagte, dass es Zweifel darüber gebe, ob ein im Internet aufgetauchtes Bekennerschreiben einer rechtsradikalen Organisation authentisch sei.

Geheimdienst sieht terroristischen Hintergrund

Zerstörtes Fahrgestell eines Zuges, daneben ein Rettungsassistent mit oranger Weste (Quelle: AP)

Bereits Mitte August 2007 hatte es auf der gleichen Strecke einen Anschlag gegeben

Der Inlandsgeheimdienst FSB geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Sicherheitskräfte entdeckten einen Bombentrichter sowie Splitter, die vermutlich von dem Sprengsatz stammen.

Im August 2007 hatte es auf der gleichen Strecke einen Anschlag mit etwa 60 Verletzten gegeben. Im Zusammenhang mit dem Attentat sind in Nowgorod mehrere Verdächtige angeklagt. Sie sollen Verbindungen zum Anführer der tschetschenischen Rebellen, Doku Umarow, haben. Die tschetschenischen Rebellen kämpfen im Kaukasus für die Unabhängigkeit ihrer Republik und haben in der Region wiederholt Attentate verübt.

Autoren: Annamaria Sigrist / Ranty Islam (rtr, ap, afp, dpa)
Redaktion: Marko Langer

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