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Politik

Rumsfeld: "blind, taub und stumm"

Die USA und Großbritannien haben in der dritten Kriegsnacht mit der großen Offensive gegen den Irak begonnen. Über Bagdad erleuchteten Feuerbälle den Himmel. Die Luftangriffe gehen auch tagsüber weiter.

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Schwere Angriffe auf Bagdad

Rauchschwaden über der irakischen Hauptstadt Bagdad nach massiven Bombardements seiten der US-Streitkräfte

Bagdad

Bagdad, kurz nach 20 Uhr Ortszeit: Starke Detonationen erschüttern in kurzer Folge die irakische Hauptstadt. Riesige Rauchsäulen steigen auf. Gebäude stehen in Flammen. Die dritte Welle alliierter Luftangriffe hat begonnen. Es ist die bisher schwerste seit dem Beginn des Irak-Kriegs. In der Stadt verbliebene westliche Journalisten berichteten, dass es sich um kein Flächen-Bombardement handele, sondern gezielt Regierungsgebäude beschossen würden.

Saddam Husseins Palast in Flammen

In der irakischen Hauptstadt ging der wichtigste Palast von Saddam Hussein in Flammen auf. Der katarische Fernsehsender El Dschasira zeigte Feuerbälle von Explosionen, die den Himmel über Bagdad erleuchteten. Dichte Rauchsäulen standen über dem Palast der Republik am Ufer des Tigris. Die meisten Gebäude im Umfeld des Komplexes brannten ebenfalls. Berichten von Augenzeugen zufolge blieb die Infrastruktur jedoch weitgehend intakt: Die Wasser- und Stromversorgung funktioniert angeblich weiterhin. Auch in den Städten Mosul und Kirkuk im Norden des Landes waren Detonationen zu hören.

"Der Luftkrieg hat begonnen"

Donald H. Rumsfeld Pressekonferenz

Donald H. Rumsfeld

Zum Auftakt der von Experten seit Tagen erwarteten Großoffensive hatte sich am Freitagabend US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld geäußert. "Der Luftkrieg hat begonnen", sagte Rumsfeld in Washington. Gleich zu Beginn wurden nach Angaben des US-Militärs mindestens 320 Raketen auf Bagdad und Umgebung abgefeuert. Bis Samstagabend wollen die US-Streitkräfte insgesamt mehr als 1500 Bomben und Raketen innerhalb von 24 Stunden auf den Irak abgefeuert haben. Dies solle Saddam Hussein im eigenen Land "blind, taub und stumm" machen, so Rumsfeld.

Durch die nächtlichen Luftangriffe auf Bagdad sind nach irakischen Angaben mindestens 207 Zivilisten verletzt oder getötet worden. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder, sagte der irakische Informationsminister Mohamed Said el Sahhaf am Samstag in Bagdad. Die USA und Großbritannien setzten die Luftangriffe auf Bagdad am Samstag auch tagsüber fort. (hh/mas)

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