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Europa

Rugova scheitert erneut

Der kosovo-albanische Politiker Ibrahim Rugova hat auch in der zweiten Runde zur Präsidentenwahl die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Er erhielt nur 50 Stimmen der insgesamt 120 Parlaments-Abgeordneten.

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Ibrahim Rugova

Im Kosovo verlieren die Menschen die Geduld. Zwar hat gerade erst eine Umfrage eines internationalen Meinungsforschungs-Instituts herausgefunden, dass die Kosovaren in Sachen Optimismus im weltweiten Vergleich an erster Stelle stehen. 83 Prozent der erwarten demnach eine positive Veränderung in der Zukunft. Doch das dürfte eher auf die Haltung zurück zu führen sein: Es kann ja nur besser werden. Denn der Start ins neue Jahr und der erhoffte historische Neuanfang sind missglückt.

Der Winter hält den Kosovo im eisigen Griff und trotz Millionen-Investitionen sind Elektrizität, Wasser und Heizung Luxuswaren. Zur Zeit bleibt der Strom mal vier Stunden, mal nur eine halbe, um die Menschen anschließend wieder in Dunkelheit und Kälte sich selbst zu überlassen.

Vom Hickhack genervt

Das ist nach wie vor das größte Problem der Kosovaren, und das Hickhack um die künftige Regierung geht vielen Menschen inzwischen gründlich auf die Nerven. Sie sollen jetzt endlich einen neuen Präsidenten wählen, heißt es in Umfragen immer wieder. Die, das sind die Abgeordneten des im November gewählten ersten freien Parlaments des Kosovo.

Eigentlich sollte die nach wie vor südserbische Provinz inzwischen eine funktionierende Selbstverwaltung haben, doch die Pläne scheitern weiterhin am Streit unter den albanischen Parteien. Und nicht nur die eigene Regierung fehlt, zusätzlich ist auch unklar, wer künftig neben dem Kosovo-Präsidenten auf internationaler Seite der starke Mann sein wird.

Ohne UN läuft nichts

Denn der Chefposten der UN-Zivilverwaltung UNMIK ist seit Ende Dezember unbesetzt, seit der Däne Hans Hækkerup den Kosovo mit fliegenden Fahnen verlassen hat. Der UNMIK-Chef aber hat in allen Bereichen das letzte Wort. Er kann auch Regierung und Präsident überstimmen. Solange dieser Stuhl leer bleibt, ist der Kosovo quasi führungslos. Gemunkelt wird, dass der deutsche Diplomat Michael Steiner dieses Amt übernehmen könnte, was die Kosovaren sehr begrüßen würden.

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