1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Ruf nach Reformen beim Katholikentag

Soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe waren wichtige Fragen beim Deutschen Katholikentag, der am Sonntag in Regensburg zu Ende ging. Debattiert wurde aber auch über viele innerkirchliche Reizthemen.

Gut ein Jahr nach der Wahl von Papst Franziskus haben Zehntausende Christen beim Deutschen Katholikentag neben der Feier ihres Glaubens auch Reformen in Kirche und Gesellschaft verlangt. Das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) als Laiengremium und die Bischöfe werteten das fünftägige Treffen von 53.000 Gläubigen in Regensburg als hoffnungsvolles Signal des Aufbruchs und der Zuversicht für ihre unter Reformdruck stehende Kirche.

"Der Franziskus-Effekt ist da", meinte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zum Abschluss. "Es gibt mehr Bereitschaft zum Dialog, Konfliktthemen werden freier und offener diskutiert", bilanzierte ZdK-Präsident Alois Glück. Papst Franziskus sorgt in der katholischen Kirche für ein neues Klima der Offenheit und weckt bei vielen der gut 24 Millionen Katholiken in Deutschland Hoffnung auf Veränderungen.

Katholikentag in Regensburg Passendes Kennzeichen

Das wohl passendste Kennzeichen beim Katholikentag gehörte einem Amberger

In Regensburg wurden auch kontroverse Themen diskutiert wie die Sexualmoral der Kirche, der Umgang mit Menschen, die nach der Scheidung nochmals geheiratet haben, die Schwangerenkonfliktberatung oder die Kirchenfinanzen. Zudem feierten und beteten die Pilger gemeinsam.

Zum Abschluss an diesem Sonntag erlebten rund 20.000 Gläubige einen stimmungsvollen Open-Air-Gottesdienst. Anschließend lud der Dresdner Bischof Heiner Koch die Gläubigen zum 100. Katholikentag im Mai 2016 nach Leipzig ein.

Glück ermunterte Christen, sich in gesellschaftliche Debatten etwa über Sterbehilfe oder die Bewahrung der Schöpfung einzumischen und in die Politik zu gehen.

Wie der ZdK-Präsident zog auch Kardinal Marx ein positives Fazit des größten Laientreffens. "Man konnte eine große Zuversicht erfahren, eine große Bereitschaft, sich als katholische Kirche auf den Weg zu machen", sagte der Münchner Erzbischof. "Es war nach einigen schwierigen Jahren ein erfreulicher, ein Mut machender Katholikentag, der uns ermutigt, mit christlicher Hoffnung weiterzugehen."

pg/SC (dpa, epd, kna)