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Kultur

Routinierter Zweiter

Mit einem knappen 2:1 gegen Bremen hat Borussia Dortmund die deutsche Fußballmeisterschaft gewonnen. Bayer Leverkusen ist mal wieder nur Zweiter, gibt aber die Hoffnung auf einen Titel nicht auf.

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Auf der Suche nach Trost: Leverkusens Manager Reiner Calmund

Mit zweiten Plätzen kennt sich Leverkusens schwergewichtiger Manager Reiner Calmund inzwischen aus. Zum vierten Mal seit 1997 müssen sich Calmunds Kicker mit der Vize-Meisterschaft begnügen. "Wenn die Meisterschaft bis zur letzten Sekunde offen ist und man mit leeren Händen dasteht, tut das schon weh", sagte Calmund am Samstag (5. Mai 2002) mit Tränen in den Augen.

Auch Trainer Klaus Toppmöller blieb nur der Hinweis auf die vielgepriesene Leverkusener Spielkultur: "Wir haben diese Saison tollen Fußball gezeigt, aber das ist leider nicht belohnt worden."

Der Fluch von Unterhaching

Klaus Toppmöller

Klaus Toppmöller

Dabei hatte es auch diesmal wieder lange nach dem ersehnten Titel für die Werkself aus dem Rheinland ausgesehen. Woche für Woche bot Toppmöllers Mannschaft guten, manchmal genialen Fußball. Drei Spieltage vor Saison-Schluss lag das Team noch fünf Punkte vor der Konkurrenz. Dann kam Werder Bremen, siegte überraschend 2:1 und rund um die BayArena war auf einmal wieder von "Unterhaching" die Rede.

Dortmunder Fans mit der Meisterschale

Dortmund jubelt

In diesem Münchner Vorort hatten die Leverkusener vor zwei Jahren die sicher geglaubte Meisterschaft noch aus der Hand gegeben. Diesmal übernahm der 1. FC Nürnberg die Unterhaching-Rolle. Am vorletzten Spieltag kassierte Bayer gegen den Fast-Absteiger eine weitere Niederlage und musste die im entscheidenden Moment hellwachen Dortmunder vorbeiziehen lassen. Süffisanter Kommentar von Bayern Münchens Torwart Oliver Kahn: "Irgendwann wird es auch für Leverkusen klappen."

Noch zwei Titelchancen

Barcelona gegen Real Madrid

Real Madrid siegt gegen Barcelona

Vielleicht lernt Leverkusen sogar noch in dieser Saison, wie man Titel gewinnt. In einer Woche spielt die Mannschaft im DFB-Pokalendspiel gegen Schalke 04 und am 15. Mai geht es dann in Glasgow im Champions-League-Finale gegen die Superstars von Real Madrid. Doch nach der erneuten Bundesliga-Pleite scheinen sich die Leverkusener schon einmal mit dem Gedanken anzufreunden, wieder nur als moralischer Sieger den Platz zu verlassen.

Nationalspieler Carsten Ramelow, der bei allen vier Vize-Meisterschaften 1997, 1999, 2000 und 2002 das Bayer-Trikot trug, bringt die Leverkusener Gemütslage auf den Punkt: "Wenn du so oft nahe dran bist, willst du irgendwann auch mal etwas in den Händen haben. Aber sogar, wenn wir völlig leer ausgehen, war es eine Supersaison."

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