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Korruption

Rotes Kreuz: Millionen Dollar Ebola-Hilfe veruntreut

In Westafrika sind mindestens sechs Millionen Dollar veruntreut worden, die eigentlich im Kampf gegen die verheerende Seuche eingesetzt werden sollten. 2013 bis 2016 waren mehr als 11.000 Menschen an Ebola gestorben.

Ebola in Liberia ARCHIV September 2014 (picture-alliance/AP Photo/J. Delay)

Ebola-Helfer in der Nähe von Monvoria, Liberia (Archivbild)

Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass allein in Sierra Leone 2,1 Millionen Dollar Ebola-Hilfsgelder verschwunden seien. In Guinea wurden demnach mindestens 1,2 Millionen Dollar veruntreut, in Liberia 2,7 Millionen Dollar. Das teilten die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRK) auf ihrer Website mit. Alle beteiligten Mitarbeiter würden zur Verantwortung gezogen. Neben Angestellten des IFRK waren laut den Angaben auch Bankangestellte und externe Dienstleister an dubiosen Abrechnungen und an der illegalen Weiterleitung von Hilfsgeldern auf private Konten beteiligt.

Bereicherung - Ausnahme oder Regelfall?

Man entschuldige sich für die Vorfälle bei den Geldgebern, sagte ein Sprecher der Rotkreuzorganisationen in Genf im britischen Rundfunksender BBC. So sollen frühere IFRK-Mitarbeiter zwischen 2014 und 2016 in Sierra Leone gemeinsam mit Bankangestellten Gelder hinterzogen haben. In Liberia sollen korrupte Mitarbeiter Gelder veruntreut haben, indem Hilfsgüter zu überhöhten Preisen abgerechnet und überhöhte Personalkosten angegeben wurden. In Guinea gingen Hilfsgelder durch überhöhte Abrechnungen eines Dienstleisters verloren, der für die Zollabfertigung von Hilfsgütern zuständig war. Zwei weitere Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Das IFRK sei schockiert von diesen Vorkommnissen, teilte ein Sprecher mit. Derzeit werde versucht, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und das veruntreute Geld zurückzubekommen. Die Hilfsorganisation kündigte zudem an, verstärkt gegen Korruption vorzugehen.

Mit seiner Mitteilung reagierte das Rote Kreuz auf eine Aufforderung von Transparency International, Prüfungsberichte zur Ebola-Krise in Westafrika öffentlich zu machen. Es gilt als wahrscheinlich, dass nicht nur das IFRK sondern auch andere Hilfsorganisationen Opfer ähnlicher Korruptionsfälle im Zuge der Ebola-Epidemie geworden sind.

Großeinsatz gegen Ebola in Westafrika

Die medizinische Krisenbewältigung im Zuge der Ende 2013 in den drei bitterarmen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia ausgebrochenen verheerenden Seuche gilt als eine der komplexesten in der jüngsten Geschichte. In nur wenigen Wochen waren tausende Helfer nach Westafrika entsandt und notdürftige Behandlungszentren eingerichtet worden. Das Rote Kreuz hatte nach eigenen Angaben in den betroffenen Ländern mindestens 10.500 Ebola-Fälle verhindert. Rund 11.300 Menschen starben an dem Virus. Der Erreger war 1976 erstmals auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo entdeckt worden. Seitdem brach die Krankheit immer wieder aus, meist in West- und Ostafrika.

qu/sti (dpae, afp, epd)

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