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Krankheiten

Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo

In der heutigen Demokratischen Republik Kongo wurde vor gut 40 Jahren das Ebola-Virus entdeckt. Immer wieder kommt es zu kleineren Ausbrüchen. Angesichts des jüngsten Falles versucht die Regierung zu beruhigen.

In der Provinz Bas-Uélé im Nordosten des Kongos gebe es insgesamt neun Verdachtsfälle, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Drei Menschen seien bereits an den Folgen eines Fiebers, das mit Blutungen verbunden ist, gestorben. Bei einer getesteten Person sei das Ebola-Virus im Labor nachgewiesen worden, hieß es. Die WHO kooperiere mit den örtlichen Behörden, um qualifiziertes Personal und Schutzausrüstung in die betroffene Regenwald-Region zu bringen, erklärte WHO-Landesdirektor Allarangar Yokouidé.

Tödliches Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Der Erreger kann hämorrhagisches Fieber, also mit Blutungen einhergehendes Fieber, auslösen. Nach WHO-Angaben sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten - je nach Virustyp und Gesundheitssystem. Im Kongo kommt es immer wieder zu kleineren Ebola-Epidemien. Den bislang letzten Ebola-Ausbruch im Kongo hatte es im Herbst 2014 gegeben. Damals starben offiziellen Angaben zufolge 49 Menschen an dem Virus.

Der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga Kalenga forderte die Menschen auf, nicht in Panik zu verfallen. Sein Land habe alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um schnell zu reagieren. "Das ist die achte Ebola-Epidemie im Kongo, sie wird die Bevölkerung nicht erschüttern", erklärte er. Dem WHO-Landesdirektor zufolge werden die ersten Teams aus Epidemiologen, Biologen und weiteren Experten den schwer zugängigen Ort des Ausbruchs noch an diesem Wochenende erreichen.

Noch nicht zugelassener Impfstoff steht bereit

Die internationale GAVI Impfallianz erklärte, dass im Falle eines großflächigen Ausbruches rund 300.000 Dosen eines von Merck entwickelten Ebola-Impfstoffes verfügbar seien. Das als rVSV-ZEBOV bezeichnete Mittel könnte falls notwendig eingesetzt werden, um eine Pandemie zu verhindern, hieß es. Der Impfstoff  war im Jahr 2015 im westafrikanischen Guinea erfolgreich getestet worden und kann nach Einschätzung von WHO-Experten eine fast hundertprozentige Wirksamkeit erreichen. Der Pharmakonzern Merck will eine Schnellzulassung für das Mittel erwirken. Als Gegenleistung hat Merck dafür zugesichert, 300.000 Dosen des Impfstoffs für Notfälle bereit zu halten.

Bei der bislang größten Ebola-Epidemie starben in den westafrikanischen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone 2014-2015 mehr als 11.000 Menschen, mehr als 28.000 infizierten sich. Der Erreger war 1976 auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo entdeckt worden. Seitdem brach die Krankheit immer wieder aus, meist in West- und Ostafrika.

rk /kle (dpa, afp, rtr)

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