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Kultur

Retter einer bedrohten Kultur

Afghanistan-Kenner gründet Museum für afghanisches Kulturerbe. Seit den Attentaten vom 11. September ist das Interesse an Afghanistan sprunghaft angestiegen. Auch das Museum wurde zu einem Magneten für die Medien.

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Buddha Statue in Bamijan, Afghanistan

Paul Bucherer steht vor einer Glasvitrine und erklärt Schülern die Herkunft steinerner Öllämpchen aus Afghanistan. Immer wieder wird er vom Telefon unterbrochen, mal antwortet er auf Journalistenfragen, mal gibt er ein Interview. Bis zu 70 Anfragen von Journalisten habe er seither an einem Tag erhalten, berichtet der ehemalige Architekt. Er war 1971 erstmals als Student in Afghanistan - und sofort fasziniert. "Dieses Land war nie kolonialisiert und konnte so seine Eigenheiten und Kultur bewahren". Von nun an kehrte er immer wieder dorthin zurück. In all den Jahren knüpfte Bucherer Kontakte zu Vertretern aller Volksgruppen – heute gilt er international als einer der besten Afghanistan-Kenner. Seit 1975 sammelt der Schweizer Dokumente aller Art über das Land. Das Archiv ist heute auf fast 18.000 Schriftstücke und Fotos angewachsen, darunter viele Originale von unschätzbarem Wert, und gilt als weltweit größtes Dokumentationszentrum über Afghanistan. Bucherer will damit zum besseren Verständis der Geschichte und Kultur dieses Landes beitragen.

Museum ist nur vorrübergehendes Domizil der Kulturgüter

Vor allem aber will er helfen, afghanische Kulturgüter zu retten. Dazu gründete er im Sommer 2000, mit aktiver Unterstützung von Afghanen zu Hause und im Exil, ein Museum. In einer ehemaligen Lastwagenhalle werden seither Schmuckstücke, alte Waffen, Trachten, Instrumente, Gebetsteppiche, Bücher, Fotos, Gemälde sowie Möbel und andere Gebrauchsgegenstände aufbewahrt. Rund 2000 Exponate haben sich mittlerweile angesammelt. Afghanen und Reisende unterstützen seine Initiative. Finanziell gefördert wird die Einrichtung unter anderem von der Schweizer Regierung und dem Kanton Basel. Die Schirmherrschaft übernahm, nach anfänglichem Zögern, die UNESCO.

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