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Politik

Reiches, armes Myanmar

Myanmar zählt zu den ärmsten Ländern der Erde, und ist dabei reich an Bodenschätzen. Vor der Diktatur, die seit über 35 Jahren an der Macht ist, galt das Land als die Kornkammer Südasiens.

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Die neue Hauptstadt Naypyidaw

Seit seiner Unabhängigkeit 1948 befindet sich der Vielvölkerstaat Myanmar im Zustand des Bürgerkrieges. Das Militär hat die Autonomiebestrebungen der sieben größten ethnischen Minderheiten des Landes von Anfang an gewaltsam unterdrückt. 1962 schließlich übernahm die Armee die Macht im Land.

1990 wurden erstmals Wahlen abgehalten - die das Regime legitimieren sollten, jedoch mit einem überwältigenden Sieg der Opposition endeten. Das Wahlergebnis wurde nicht anerkannt, die darauf folgenden Studentenproteste blutig niedergeschlagen. Die Anführerin der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie, Aun San Suu Kyi, war bereits ein Jahr zuvor unter Hausarrest gestellt worden. Den Friedensnobelpreis, der ihr für ihren Einsatz zur Demokratisierung Myanmars verliehen wurde, nahmen ihre Söhne in Oslo entgegen.

Zersplitterte Bevölkerung

Als Reaktion auf die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen haben zahlreiche westliche Staaten ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Myanmar eingefroren. China, Indien und Thailand jedoch unterlaufen diese Sanktionspolitik: Das Rohstoffreiche Myanmar mit seinen Erdöl- und Edelmetallvorkommen ist ein begehrter Handelspartner.

Das Militär, das die gesamte Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten unter staatliche Kontrolle gebracht hat, stellt derzeit die einzige funktionierende Organisation in Myanmar da. Die Opposition ist geschwächt, die größtenteils verarmte Zivilgesellschaft ist gespalten - mit vielen ethnischen Minderheiten hat das Militärregime separate Waffenstillstandsabkommen geschlossen, die zur Zersplitterung der Bevölkerung beitragen.

Gespräche und Verhafungen

Auf die Massenproteste vom September letzten Jahres hat die Regierung mit einer Doppelstrategie geantwortet: UN-Vertreter durften nach Myanmar einreisen, es gab Gespräche zwischen der Regierung und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Doch hinter dieser Fassade wurde eine massive Verhaftungswelle durchgeführt um die Opposition weiter zu schwächen.

Die Junta hält an dem für Samstag (10.5.) geplanten Verfassungsreferendum fest - lediglich in den am schwersten von dem Wirbelsturm “Nargis” verwüsteten Regionen soll die Abstimmung verschoben werden. Die Opposition geht davon aus, dass das Ergebnis von der Regierung manipuliert werden wird um eine Abstimmungsniederlage zu verhindern.