1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

Reden, fordern, reden: Kofi Annan im Nahen Osten

UN-Generalsekretär Kofi Annan sucht Lösungswege für die Libanon-Krise. Elf Tage reist er durch den Nahen Osten, um über die Bedingungen für einen Frieden zwischen Israel und dem Libanon zu verhandeln.

default

Freundliche Mienen zu schweren Verhandlungen: Kofi Annan und Ehud Olmert

Annan verlangt von Israel, die Luft-, Land- und Seeblockade gegen den Libanon aufzuheben, die seit sechs Wochen andauert. Die Blockade erniedrige das Land, sei unvereinbar mit dessen Souveränität, schade der Wirtschaft und dem Wiederaufbau, sagte Annan nach einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert am Mittwoch (30.8.).

Deutsches Rotes Kreuz Hilfe für Libanon

Babynahrung für den Libanon

Olmert reagierte darauf zurückhaltend. Die Blockade sei notwendig, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu verhindern. Erst, wenn die UN-Truppe UNIFIL verstärkt sei und die israelisch-libanesischen Grenze kontrollieren könne, könne auch über eine Aufhebung der Blockade nachgedacht werden. Israels Hauptsorge sei nach wie vor die Befreiung der von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten und die Umsetzung der UN-Resolution 1701 zum Libanon, so Olmert. Dazu gehört unter anderem ein Waffenembargo gegen die radikal-islamische Hisbollah.

Zurückhaltende Reaktionen

Israel sei auch bereit, direkten Kontakt zur libanesischen Regierung aufzunehmen, sagte Olmert weiter. Das israelische Volk habe keinen Konflikt mit der libanesischen Regierung und hoffe auf Bedingungen, die direkte Kontakte zwischen den beiden Regierungen ermöglichen. Ziel sei es, so schnell wie möglich ein Abkommen zwischen beiden Ländern zu erreichen.

UNIFIL Italien italienische Soldaten Richtung Libanon

Italienische Soldaten auf dem Weg in den Libanon

UNIFIL ist bislang mit 2000 Soldaten an der israelisch-libanesischen Grenze stationiert und soll bereits bis Freitag auf 5000 Soldaten verstärkt werden. Italien hat am Montag schon 1000 Soldaten auf den Weg in den Libanon geschickt. Italiens Verteidigungsminister Arturo Parisi sagte, dies sei eine der heikelsten und wichtigsten Missionen seit Ende des Zweiten Weltkrieges. 20 Länder haben sich inzwischen nach Angaben der Vereinten Nationen insgesamt bereit erklärt, Soldaten zur Verstärkung der UNIFIL-Truppe zu schicken. Darunter auch Malaysia und die Türkei, zwei moslemische Länder. Wann die Truppe tatsächlich die geplante Stärke von 15.000 Mann erreicht, ist noch völlig unklar.

Am Dienstag war Kofi Annan bereits im Südlibanon. Er besuchte die dort stationierte UN-Truppe und flog die Grenze zu Israel mit dem Hubschrauber ab. Er forderte die libanesische Regierung auf, ihre Grenzen zu sichern und die Hisbollah, die am 12. Juli entführten Soldaten freizulassen und an das Rote Kreuz zu übergeben. Bei seinem Besuch der südlichen Vororte Beiruts, eine Hisbollah-Hochburg, wurde er mit Buh-Rufen empfangen.

Nach dem Gespräch mit Olmert, traf sich Annan mit der israelischen Außenministerin Zipi Liwni und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Ende der Woche soll er in Teheran eintreffen. (masch/kap)

Die Redaktion empfiehlt