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Aktuell Welt

Rebellen umstellen Regierungssitz im Jemen

Im Jemen bleibt die Lage auch nach der Vereinbarung einer Feuerpause zwischen Armee und Huthi-Milizen angespannt. Die Rebellen belagern den Regierungssitz. Sie fühlen sich im Staat benachteiligt.

Ministerpräsident Chaled Bahah halte sich in dem belagerten Regierungssitz im Zentrum der Hauptstadt Sanaa auf, teilte Informationsministerin Nadia Sakkaf mit. Kämpfer der schiitischen Volksgruppe der Huthi (Artikelbild) hätten das Gebäude von allen Seiten umstellt, in dem der Regierungschef seit seiner Ernennung im Oktober auch wohne. Die Lage könne jederzeit "eskalieren", warnte Sakkaf.

Wie die Ministerin weiter mitteilte, übernahmen die Rebellen auch die Kontrolle über das Staatsfernsehen und die amtliche Nachrichtenagentur Saba. Die Milizionäre weigerten sich, "irgendeine Mitteilung der Regierung zu veröffentlichen". Der Nachrichtenchef des Ferrnsehens gab seinen Rücktritt bekannt.

Schießerei beim Präsidentenpalast

Am Montagmorgen war es nach mehreren Monaten relativer Ruhe zu neuen Kämpfen gekommen. Dabei beschossen die Huthi-Milizen auch Bahahs Wagenkolonne. Dieser blieb nach offiziellen Angaben aber unversehrt. Bis am späten Nachmittag eine Waffenruhe in Kraft trat, wurden nach offiziellen Angaben mindestens neun Menschen getötet.

Explosion in Sanaa bei den Kämpfen zwischen Huthi und Armee (Foto: dpa)

Explosion in Sanaa bei den Kämpfen zwischen Huthis und Armee

Zu dem Gewaltausbruch war es nach Armeeangaben gekommen, als sich Huthi unerlaubt dem Amtssitz von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi genähert hatten. Daraufhin hätten Wachen das Feuer auf die Aufständischen eröffnet. Ein Huthi-Sprecher erklärte hingegen, die Armee habe "grundlos" angegriffen.

Kontrolle über Sanaa

Die Volksgruppe der Huthi fühlt sich in der sunnitisch dominierten Regierung des Jemen nicht ausreichend repräsentiert. Mit dem Rücktritt des Langzeitpräsidenten Ali Abdullah Sali Anfang 2012 betrat sie die politische Bühne des Landes. Seit September 2014 kontrolliert die Huthi-Miliz Sanaa und den Nordjemen und bestimmt de facto die Regierungsgeschäfte. Sunnitische Stämme und Anhänger der Terrorgruppe Al-Kaida stellten sich im Südjemen den Kämpfern der schiitischen Minderheit noch entgegen.

Am Samstag hatten die Huthi den Stabschef von Präsident Hadi, Ahmed Awad bin Mubarak, entführt, der für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung zuständig ist. Die Huthi sehen durch dessen Vorstellungen für ein neues Grundgesetz ein unter UN-Vermittlung erzieltes Abkommen gefährdet, das ihnen mehr Mitsprache in der Regierung gewähren soll.

wl/gri (dpa, afp, rtr)