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Aktuell Welt

Al-Kaida im Jemen bekennt sich zu Anschlag auf "Charlie Hebdo"

Kurz nach dem barbarischen Überfall auf "Charlie Hebdo" hatte Al-Kaida Frankreich mit weiteren Angriffen gedroht. Nun übernahm die Gruppe die Verantwortung für die Bluttat, bei der zwölf Menschen ermordet wurden.

Al-Kaida-Anführer Al-Anassi, im Hintergrund Al-Kaida-Chef Al-Sawahiri, im Bekennervideo vom Mittwoch (Foto: rtr)

Al-Kaida-Anführer Al-Anassi, im Hintergrund Al-Kaida-Chef Al-Sawahiri, im Bekennervideo vom Mittwoch

Genau eine Woche nach dem blutigen Überfall auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" hat sich der jemenitische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida zu dem Angriff bekannt. "Es wurden Helden rekrutiert, und sie haben gehandelt", erklärt einer der Anführer von Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), Nasser Ben Ali al-Anassi, in einem Video, das im Internet verbreitet wurde. Der Angriff sei auf Befehl von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri verübt worden. AQAP habe den Anschlag geplant, finanziert und das Ziel ausgesucht, erklärte er weiter.

Vergeltung für die "Beleidigung des Propheten"

Der Angriff sei ein Vergeltungsakt für die Beleidigung des Propheten Mohammed in Karikaturen des Blattes. Wörtlich sagt der Terrorist: "Die gesegnete Schlacht Paris betreffend, erklären wir, die Organisation Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, dass wir die Verantwortung für diese Operation aus Vergeltung für den göttlichen Botschafter übernehmen."

Die beiden islamistischen Terroristen Chérif und Saïd Kouachi hatten laut Augenzeugen bei ihrem brutalen Überfall angegeben, im Auftrag von AQAP zu handeln. Der Ältere der beiden soll in einem Ausbildungslager der Terrororganisation im Jemen gewesen sein.

Redaktionsleiter stand auf "Fahndungsliste"

Der bei dem Attentat ebenfalls getötete frühere Redaktionsleiter von "Charlie Hebdo", Stéphane Charbonnier, stand zudem in dem digitalen Dschihadisten-Magazin "Inspire" auf einer sogenannten "Fahndungsliste". Das Magazin wird von AQAP herausgegeben.

Die sunnitischen Extremisten nutzen den instabilen Jemen unter anderem als Rückzugsort und Rekrutierungsbecken. Auch im Jemen verüben sie immer wieder Anschläge.

Auch "Le Canard enchaîné" bedroht

Auch bei Frankreichs größter Satirezeitung "Le Canard enchaîné" ging eine Drohung ein. "Ihr seid als nächstes dran", heißt es in einer Botschaft, die als E-Mail an das Blatt in Paris geschickt und jetzt publik gemacht wurde. Die Journalisten würden "mit einem Beil" zerstückelt werden, heißt es weiter. Die Polizei verstärkte den Schutz.

"Le Canard enchaîné" hat eine wöchentliche Auflage von fast einer halben Million Exemplaren. Das linksgerichtete Blatt ist auch für seinen politischen Enthüllungsjournalismus bekannt.

se/gmf (rtr, dpa, ape, afp)

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