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Aktuell Afrika

Rebellen nehmen Goma ein

Ohne nennenswerte Gegenwehr sind Aufständische in die Provinzhauptstadt Goma eingerückt. Auf ihrem Vormarsch brachten sie zunächst den Flughafen der Stadt an der Grenze zu Ruanda unter ihre Kontrolle.

Nur vereinzelt trafen die Aufständischen auf Gegenwehr. An einer Straße nahe des Flughafens gab es kurze Zusammenstöße mit Soldaten der kongolesischen Armee. Mehrere Einwohner applaudierten den Rebellen. Anschließend passierten sie mehrere Posten der UN-Mission MONUSCO und nahmen Kurs auf die ruandische Grenze.

Augenzeugen berichten, in Goma bewegten sich die Rebellen derweil immer weiter auf das Stadtzentrum zu. Der französische Fernsehsender France 24 berichtet, die kongolesische Armee habe sich kampflos aus Goma zurückgezogen. UN-Blauhelmsoldaten waren nach wie vor präsent, griffen aber nicht ein.

Immer mehr Einwohner flüchten über die Grenze nach Ruanda. Die Armee habe sie aufgefordert, Goma zu verlassen, hieß es. Die Grenzstadt galt wegen der starken Präsenz von UN-Blauhelm-Soldaten zuletzt als sicherer Zufluchtsort im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Laut Schätzungen sind wieder rund 70.000 Menschen wegen der neuen Kämpfe in der Provinz Nord Kivu auf der Flucht.

Diese hatten sich in den vergangenen Tagen an dem Vormarsch der Rebellenmiliz M23 erneut entzündet. In der Miliz haben sich ehemalige kongolesische Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die infolge eines Friedensabkommens zwischenzeitlich in die Armee eingegliedert worden waren.

Die Vereinten Nationen werfen den Nachbarländern Uganda und Ruanda vor, die Rebellen zu unterstützen. Die M23-Mitglieder verlangen die volle Umsetzung des Abkommens und kritisieren vor allem die schlechten Lebensbedingungen der Soldaten. Die Regierung in Kinshasa lehnt Verhandlungen mit den Rebellen ab.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich besorgt: "Dem sich abzeichnenden politischen Chaos und der humanitären Notlage muss dringend Einhalt geboten werden", sagte er am Rande seiner Nahost-Reise. Er forderte die Regierung auf, "alles zu tun, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen und einen politischen Prozess einzuleiten, der die Probleme Ostkongos nachhaltig löst". Auch von den Nachbarstaaten Kongos erwarte er, "dass sie alles unterlassen, was die Situation weiter verschärft".

uh/gmf (afp,dapd)