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Aktuell Afrika

Rebellen in Zentralafrika greifen nach der Macht

Eine Woche nach dem Staatsstreich in der Zentralafrikanischen Republik hat der selbst ernannte Präsident Djotodia sein Kabinett vorgestellt. Einzig Ministerpräsident Tiangaye gehörte schon der alten Regierung an.

Michel Djotodia, der Anführer des Rebellenbündnisses Séléka, der nach der Vertreibung seines langjährigen Widersachers, Präsident Francois Bozizé, dessen Stuhl übernahm, hat sich jetzt auch noch den Posten des Verteidigungsministers einverleibt. Dieses Amt hatte der Rebellenchef bereits im Januar in der Regierung der nationalen Einheit inne.

Gleichzeitig bestätigte er Nicolas Tiangaye, einen früheren Oppositionellen, im Amt des Regierungschefs. Sämtliche Minister in dem bitterarmen, aber rohstoffreichen Land wurden ausgetauscht, wie aus einer im staatlichen Hörfunk verlesenen Erklärung weiter hervorgeht.

Hunderte Anhänger Djotodias marschieren durch Bangui (Foto: AFP/ Getty Images)

Am Samstag marschierten hunderte Anhänger Djotodias durch Bangui

Rebellen und Ex-Oppositionelle

Das Kabinett umfasst 34 Mitglieder, neun Minister gehören dem Séléka-Bündnis an. Acht Regierungsmitglieder waren früher Oppositionspolitiker, außerdem gibt es im Kabinett einen Anhänger des ins benachbarte Kamerun geflohenen Ex-Staatschefs. Bei den 16 übrigen Regierungsmitgliedern handelt es sich um Persönlichkeiten, die vorwiegend der Zivilgesellschaft entstammen.

Die gegen Bozizé kämpfenden Rebellen hatten am 24. März 2013 die Hauptstadt Bangui unter ihre Kontrolle gebracht. Ihr Chef kündigte an, die Verfassung außer Kraft zu setzen und das Parlament aufzulösen. Vor zwei Tagen teilte Djotodia mit, die Zentralafrikanische Republik bis zu Wahlen im Jahr 2016 führen zu wollen.

Die Aufständischen hatten sich im Dezember im Norden des Landes erhoben. Auf internationalen Druck hin schlossen Rebellen und Regierung im Januar einen Friedensvertrag und bildeten ein Kabinett der nationalen Einheit. Später warf die Séléka-Allianz Bozizé den Bruch der Vereinbarungen vor und setzte ihre Offensive fort.

Die Afrikanische Union suspendierte die Mitgliedschaft des Landes und verhängte Sanktionen gegen die Anführer der Rebellion. Frankreich stockte seine Militärpräsenz in seiner ehemaligen Kolonie zum Schutz der 1250 französischen Staatsbürger auf.

se/qu (afp, rtr, ap)