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Aktuell Afrika

Paris stockt Truppen in Zentralafrika auf

Nach dem gewaltsamen Umsturz in der Zentralafrikanischen Republik hat Frankreich seine Militärpräsenz in dem Land massiv verstärkt. Die Rebellen kündigten an, sich an den Friedensvertrag vom Januar halten zu wollen.

Die Truppenaufstockung geschehe zum Schutz des internationalen Flughafens sowie der etwa 1250 französischen Staatsbürger vor Ort, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Insgesamt seien damit knapp 600 französischen Soldaten in der ehemaligen Kolonie stationiert.

Frankreichs Präsident François Hollande rief unterdessen die Konfliktparteien zur Zurückhaltung und zum Dialog auf. Die Allparteienregierung Zentralafrikas sei das Ergebnis des Friedensabkommens von Libreville vom 11. Januar, sagte Hollande. In dem Abkommen Anfang des Jahres hatten sich Vertreter des Präsidenten François Bozizé und der Rebellenallianz Séléka in der Hauptstadt Gabuns unter anderem auf einen Waffenstillstand, die Bildung einer Übergangsregierung und Wahlen binnen eines Jahres geeinigt.

Rebellen versprechen freie Wahlen

Die Rebellen kündigten an, die Vereinbarungen des Abkommens respektieren zu wollen. "Wir werden uns immer an den Geist von Libreville halten", sagte Rebellenführer Michel Djotodia dem Sender Radio France Internationale. Er sagte zu, dass der Chef der aktuellen Regierung der nationalen Einheit, Nicolas Tiangaye, im Amt bleiben solle.

Auch sollten innerhalb von drei Jahren "freie und transparente" Wahlen stattfinden, sagte Djotodia weiter, der sich selbst an diesem Montag zum Übergangspräsidenten erklärte.

Unterdessen verurteilten die Afrikanische Union (AU) und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Machtübernahme der Rebellen. Ban forderte eine rasche Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung. Zugleich zeigte er sich über Berichte von schweren Menschenrechtsverstößen besorgt, wie sein Sprecher in New York sagte. Diejenigen, die solche Verbrechen begingen, würden zur Verantwortung gezogen.

Die AU forderte ihre Mitglieder zu einer gemeinsamen und entschlossenen Position auf. "Im Falle einer verfassungsfeindlichen Machtübernahme sieht die AU-Satzung vor, dass das betroffene Land von der Organisation vorläufig suspendiert und Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt werden", sagte die Chefin der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini Zuma.

Seleka-Rebellen vor der Stadt Damara in Zentralafrika (Foto: AFP)

Die Rebellen rissen die Macht in der Zentralafrikanischen Republik an sich und vertrieben und Staatschef Bozizé

Bozizé offenbar geflohen

Die Aufständischen hatten am Sonntag die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfer der Bewegung Séléka stürmten auch den Präsidentenpalast. Staatschef Bozizé war allerdings zuvor offenbar ins Ausland geflohen.

Die Rebellen hatten sich im Dezember im Norden des Landes gegen die Regierung erhoben. Auf internationalen Druck stellten sie die Offensive im Januar zunächst 75 Kilometer vor Bangui entfernt ein und schlossen den Friedensvertrag. Später warfen sie Bozizé dessen Bruch vor und setzten ihre Offensive am Freitag fort.

GD/gmf (afp, dpa)