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Aktuell Afrika

Rebellen erobern Bangui

In der Zentralafrikanischen Republik haben die Aufständischen nach Regierungsangaben die Hauptstadt Bangui erobert. Staatschef François Bozizé, dessen Sturz sie fordern, ist demnach in den Kongo geflohen.

Nach kurzen Gefechten hatten die Aufständischen der Rebellenbewegung Séléka den Präsidentenpalast eingenommen. "Die Rebellen kontrollieren die Stadt", sagte ein Regierungssprecher. In der ganzen Stadt sind nach Korrespondentenberichten Explosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören. Die Aufständischen riefen die regulären Streitkräfte auf, nicht weiter Widerstand zu leisten und forderten den Rücktritt von Präsident Bozizé. Der Staatschef sei in den Kongo geflohen, sagte einer seiner Berater.

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Rebellen in Bangui

Die Rebellen waren am Samstag vom Norden her in die Stadt eingedrungen und hatten sich zunächst am Stadtrand heftige Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Anwohner gerieten demnach in Panik und verschanzten sich in ihren Häusern. In Teilen der Stadt verursachten die Rebellen einen Stromausfall.

Seit einigen Wochen rücken die Milizen des Rebellenbündnisses Séléka immer weiter auf Bangui vor, andere Städte haben sie bereits unter Kontrolle.

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik François Bozizé

Die Rebellen wollen Präsident François Bozizé stürzen

Die Aufständischen werfen Präsident Bozizé vor, sich nicht an das Friedensabkommen vom Januar zu halten und entgegen der Vereinbarung die Séléka -Kämpfer nicht in die Armee zu integrieren. Das Abkommen sieht unter anderem eine Waffenruhe, die Bildung einer Übergangsregierung und Wahlen binnen eines Jahres vor.

Mit ihrem Griff zu den Waffen haben die Kämpfer allerdings selbst gegen das Friedensabkommen verstoßen, das Präsident Bozizé erlaubt, bis 2016 im Amt zu bleiben. Bereits Ende des vergangenen Jahres hatten die Rebellen kurz vor Hauptstadt gestanden und denn ihren Vormarsch eingestellt.

Unterstützung aus Südafrika

Südafrika hat Soldaten in die Zentralafrikanische Republik geschickt, um die Regierung im Kampf gegen die Rebellen zu unterstützen. Die Rebellen-Milizen fordern, dass die ausländischen Truppen das Land verlassen.

Auch die frühere Kolonialmacht Frankreich reagierte umgehend und schickte nach Informationen aus diplomatischen Kreisen mehr Streitkräfte zur Sicherung des internationalen Flughafens und Unterstützung der rund 250 französischen Soldaten, die sich bereits im Land befinden. Präsident François Hollande hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Soldaten nur zur Verteidigung "französischer Staatsbürger und Interessen" vor Ort seien. Außerdem beantragte die Regierung in Paris erneut eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. In der Zentralafrikanischen Republik leben rund 1200 Franzosen, die meisten davon in Bangui.

Zwei Dollar am Tag

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der UN-Sicherheitsrat hatten zuvor ihre Sorge über die Lage in der Zentralafrikanischen Republik geäußert. Sie forderten in zwei verschiedenen Erklärungen ein sofortiges Ende der Offensive, die die Stabilität bedrohe und gegen den Friedensvertrag verstoße.

Seit der Unabhängigkeit 1960 ist das Land trotz seines Rohstoffreichtums wirtschaftlich nicht auf die Beine gekommen. Die Zentralafrikanische Republik gilt als einer der am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Das Durchschnittseinkommen beträgt kaum mehr als zwei Dollar pro Tag. Vorkommen gibt es vor allem an Uran, Gold und Diamanten.

qu/GD/gmf (apf, rtr)

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