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Wahlkampf

Reaktionen auf das TV-Duell: "War super. War ganz toll!"

Es ist ein Ritual: Rote finden den Roten gut, Schwarze lieben Merkel noch ein wenig mehr als sonst. Umfragen sehen die Amtsinhaberin vorne, doch was sind schon Umfragen nach Trump und Brexit? Reaktionen auf das TV-Duell.

TV-Duell Angela Merkel und Martin Schulz (picture alliance/dpa/WDR/H. Sachs)

Von links nach rechts: Sandra Maischberger (ARD), Angela Merkel (CDU), Claus Strunz (ProSieben/SAT.1), Martin Schulz (SPD), Maybritt Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL)

"Es war ein bisschen wie bei einem Business-Meeting", sagte Sandra Maischberger, eine der vier Moderatoren des mit Spannung erwarteten TV-Duells. Das TV-Duell war etwa eine halbe Stunde vorbei, als Maischberger in der Talk-Show ihrer ARD-Kollegin Anne Will auftauchte und als erstes nach der Stimmung bei den beiden Diskutanten gefragt wurde.

Bewerbungsrede eines Ministers?

Zu dem Zeitpunkt hatte der - nach eigenen Worten noch unentschlossene - Wähler und Entertainer Thomas Gottschalk schon beklagt, es sei kein Feuerwerk gezündet worden, während der CSU-Politiker mit dem vermuteten politischen Comeback des Jahres, Karl-Theodor zu Guttenberg, Konfrontation vermisste. "Wir haben die Bewerbungsrede eines künftigen Außenministers gesehen", sagte Guttenberg über Martin Schulz, den er in dieser Rolle in der nächsten Koalition unter einer Bundeskanzlerin Merkel wähnte.

Die Freude von Julia Klöckner

Die Nachrichtenagentur Reuters beobachtete, wie die Kanzlerin von ihren Parteimitgliedern im Pressezentrum begrüßt worden war: "War super. War ganz toll!" So freute sich die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner über die Performance ihrer Chefin. Zu diesem Zeitpunkt hatte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) auf Twitter ein nicht genanntes CDU-Mitglied zitiert: Schulz habe den kompetenteren Eimdruck gemacht. Gabriel, der den Kanzlerkandidaten Schulz ermöglicht hatte, zog die Schlussforderung: "Stimmt! Glückwunsch, Martin!"

Ein noch erfahrener Sozialdemokrat war dann bei der Nachbetrachtung bei "Anne Will" ein wenig enttäuscht über die Gesamtsituation. "Es ist wenig über Themen geredet worden, wo Otto Normalverbraucher mitreden kann", sagte der frühere SPD-Chef Franz Müntefering. Und er bemängelte, dass die politische Debatte in Deutschland "nicht mehr läuft". Da müsse auch der Bundestag eine andere Rolle spielen.

Christiane Hoffmann (imago/Jürgen Heinrich)

Eine Nachricht, immerhin: SPIEGEL-Korrespondentin Christiane Hoffmann

"Die Situation ist fragiler, als man denkt", bemerkte die Spiegel-Redakteurin Christiane Hoffmann, allerdings sei damit nicht gemeint, dass Schulz den Rückstand noch aufholen könne. Aber: Sie habe bei ihren Reisen mit den beiden Spitzenkandidaten gemerkt, dass die Kanzlerin deutlich mehr polarisiere als der Herausforderer. Und mit der Ankündigung sowohl von Schulz als auch von Merkel, die Beitrittsgespräche mit der Türkei zu beenden, habe der Abend ja dann doch noch eine Nachricht produziert, womit sie überhaupt nicht gerechnet hatte, so die Spiegel-Korrespondentin.

Die Blitzumfrage

Zu diesem Zeitpunkt hatten verschiedene Umfragen Merkel bereits zur Gewinnerin des TV-Duells erklärt, das von den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF sowie von den Privatsendern RTL und Sat.1 übertragen worden war. Das Institut Infratest dimap fand für die ARD in einer Blitzumfrage heraus, dass 55 Prozent Merkel überzeugender fanden. Nur 35 Prozent sahen Schulz vorne.

Die Opposition fand erwartungsgemäß wenig Gutes an dem Fernsehabend. "Das war kein TV-Duell, sondern 90 quälende Minuten GroKo-Therapiegespräch, ein TV-Duett, kaum erträgliche Merkel-Schulz-Konsens-Soße", twitterte der Chef der Linksfraktion, Dietmar Bartsch. Grünen-Chef Cem Özdemir schrieb: "Platz 3 entscheidet über Charakter & Zukunft unseres Landes."

Und FDP-Chef Christian Lindner vermisste seine Lieblingsthemen:

Lindner will ja mit seiner Partei erst wieder in den Bundestag hinein. Ante portas steht auch die rechtsextreme AfD. Für sie äußerte sich Parteichefin Frauke Petry - sie habe "noch nie in 90 Minuten so viele Plattitüden und Phrasen auf einem Haufen gehört".

ml/kle (dpa, rtr, AFP, ARD)

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