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Asien

Razzia bei Samsung nach Skandal in Südkorea

Erst war es eine Affäre der Politik. Doch nun wird auch der größte Konzern des Landes von dem Skandal um Präsidentin Park erfasst. Es soll um verbotene Geldtransfers gehen. Der Druck auf die Staatschefin steigt.

Südkorea Samsung Zentrale in Seoul (Getty Images/AFP/E. Jones)

Samsung-Unternehmenszentrale in Südkoreas Hauptstadt Seoul (Archivbild)

In Südkorea wird der Elektronikkonzern Samsung in die Machtmissbrauchsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye hineingezogen. Im Zusammenhang mit dem Fall durchsuchten Ermittler Büros des Unternehmens, wie aus Kreisen der Staatsanwaltschaft verlautete.

Im Zentrum des Skandals steht eine Freundin Parks, die sich ohne offizielle Funktion massiv in die Regierungsgeschäfte eingemischt und Einfluss in der Sport- und Kulturwelt ausgeübt haben soll. Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge wird geprüft, ob Samsung einer Tochter dieser Freundin unzulässige finanzielle Unterstützung gewährt habe. Die Tochter war früher Mitglied des südkoreanischen Reitsport-Teams.

Nach südkoreanischen Medienberichten soll Samsung 2,8 Millionen Euro unter dem Vorwand eines Beratervertrages an ein Unternehmen Chois in Deutschland überwiesen haben. Das Geld wurde angeblich für das Reittraining der Tochter verwendet.

Zweimal entschuldigt

Park hat sich für den Skandal bereits zwei Mal öffentlich entschuldigt. Sie steht massiv unter Druck. Am Wochenende gab es gegen sie in der Hauptstadt Seoul eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Nach Angaben der Polizei forderten mehr als 40.000 Menschen den Rücktritt der Präsidentin.

Laut Yonhap wird Park an diesem Dienstag das Parlament besuchen. Dort wolle sie die Spitzen der Opposition treffen. Diese haben die Präsidentin zum Rücktritt aufgerufen. Parks Amtsperiode läuft noch bis 2018. Im Zuge der Krise verlor sie bereits mehrere ihrer engsten Berater. Zuletzt hatte sie den Ministerpräsidenten, den Minister für öffentliche Sicherheit und den Finanzminister ausgetauscht.

jj/wl (rtr, afp)