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Sport

Rad-WM ohne Topstars

In Mendrisio im Schweizer Tessin werden von Mittwoch bis Sonntag die Weltmeistertitel im Straßenradsport ausgefahren. Der Topfavorit steht unter Dopingverdacht, viele Stars machen einen Bogen um die WM.

Italiens Radprofis trainieren in Mendrisio. Foto: AP

Italiens Radprofis trainieren in Mendrisio für die WM

Tour-de-France-Gewinner Alberto Contador reckt im Gelben Trikot die Faust zum Zeichen des Sieges. Foto: AP

Nach der Tour fuhr Contador kein Rennen mehr

Der Eindruck drängt sich auf, dass die Weltmeisterschaft für die Radprofis inzwischen eine lästige Pflicht geworden ist. Der Termin liegt am Ende einer langen, Kräfte zehrenden Saison. Darüber hinaus macht es sich zwar ganz gut, ein Jahr lang das Regenbogen-Trikot des Weltmeisters tragen zu dürfen, richtig Geld verdienen lässt sich mit dem Titel aber nicht. Siege bei den großen Rundfahrten Tour de France, Giro d' Italia und der Vuelta in Spanien sind finanziell weitaus lukrativer. Und so ist die Liste der Absagen für die WM in Mendrisio in der Schweiz wieder einmal lang. So verzichtete Tour-de-France-Sieger Alberto Contador aus Spanien mit der Begründung, er sei seit der Frankreich-Rundfahrt keine Rennen mehr gefahren und "da betrachte ich es als das Beste, meinen Platz einem anderen Fahrer zu überlassen". Der Tour-Dritte Lance Armstrong aus den USA lässt schon fast traditionell die WM aus.

Favorit mit Dopingschatten

Der spanische Radprofi Alejandro Valverde winkt bei einer Siegerehrung der Spanien-Rundfahrt seinen Fans zu. Foto: AP

Alejandro Valverde, Sieger der Spanienrundfahrt 2009

Immer wieder wird als Favorit für das Straßenrennen der Männer der frischgebackene Sieger der Spanien-Rundfahrt, Alejandro Valverde, genannt. Sollte dem Spanier der WM-Coup gelingen, hätte der Radsport einen Weltmeister auf Abruf. In Italien ist Valverde seit dem 11. Mai wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt. Die italienischen Ermittler hatten per DNA-Vergleich nachgewiesen, dass ein Blutbeutel, der beim spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes sichergestellt worden war, Valverdes Blut enthielt. Der Spanier hat Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne eingelegt, um die Sperre aufheben zu lassen. Auch die Welt-Anti-Dopingagentur (WADA) und der Radsportweltverband UCI haben in der Angelegenheit den Sportgerichtshof angerufen – allerdings mit entgegengesetztem Vorzeichen: Sie wollen erreichen, dass die Sperre gegen Valverde auch außerhalb Italiens gilt.

Anspruchsvolle Strecke

Weltmeister Gerald Ciolek bei der Siegerehrung der U23-Junioren bei der WM 2006 in Salzburg. Foto: AP

2006 wurde Ciolek in Salzburg Weltmeister der U23-Junioren

Außer Valverde werden vor allem die Radprofis aus Italien zu den Favoriten gezählt. Sie stellten in den vergangenen drei Jahren in Serie den Weltmeister. Titelverteidiger Alessandro Ballan, Damiano Cunego und Ivan Basso könnte der schwere Rundkurs in Mendrisio entgegenkommen. Auf der 262 Kilometer langen Strecke müssen 4655 Höhenmeter überwunden werden. Es ist der anspruchsvollste WM-Kurs seit langem. Mit einer Entscheidung im Massenspurt ist kaum zu rechnen. Die deutschen Sprinter Andre Greipel, der bei der Spanien-Rundfahrt vier Etappen gewann, und Gerald Ciolek, der bei der Vuelta einen Tagessieg holte, haben daher nur Außenseiter-Chancen. Linus Gerdemann musste wegen einer Viruserkrankung ebenso auf den WM-Start in der Schweiz verzichten wie Jens Voigt, der nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France gerade erst wieder ins Renngeschehen eingestiegen ist.

Hoffnungsträger Grabsch und Martin

Zeitfahr-Weltmeister Bert Grabsch im Weltmeister-Trikot auf dem Rad. Foto: AP

Darf Bert Grabsch auch im Schweizer Tessin ins Regenbogen-Trikot des Weltmeisters schlüpfen?

Im Zeitfahren ist der Schweizer Lokalmatador Fabian Cancellara der Topfavorit, doch auch Titelverteidiger Bert Grabsch gehört zum Kreis der Medaillenanwärter im Kampf gegen die Uhr. "Mein Gefühl ist gut. Die Vorbereitung lief nach Plan", sagt der 34-Jährige, der seine Saison gezielt auf die WM ausgerichtet hat. Auch Tony Martin, der bei der Tour de France lange das Trikot des besten Nachwuchsfahrers getragen hatte, ist für eine positive Überraschung aus deutscher Sicht gut. Im vergangenen Jahr hatte der 24-Jährige bei der WM in Varese in Italien mit dem siebten Platz aufhorchen lassen. Deutsche Medaillenhoffnungen sind neben den Zeitfahrern Grabsch und Martin die Junioren unter 23 Jahren sowie bei den Frauen die Routiniers Judith Arndt und Trixi Worrack.

Zeitplan der WM:

Mittwoch, 23.09.: Zeitfahren U 23 der Männer, Zeitfahren der Frauen

Donnerstag, 24.09.: Zeitfahren der Männer

Samstag, 26.09.: Straßenrennen der Frauen, Straßenrennen U 23 der Männer

Sonntag, 27.09.: Straßenrennen der Männer

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Wolfgang van Kann

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