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Aktuell Europa

Queen Elizabeth II. besucht erstmals ein ehemaliges Konzentrationslager

Zum Abschluss ihres Deutschland-Besuchs richtet Königin Elizabeth II. ihren Blick auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Bergen-Belsen ist für viele Briten das Symbol für NS-Verbrechen und den Holocaust.

Mit dem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen hat die britische Königin Elizabeth II. ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. In der niedersächsischen Gedenkstätte legte die Queen einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus nieder.

Außerdem sprach sie mit Holocaust-Überlebenden sowie mit britischen Veteranen, die an der Befreiung des Lagers vor 70 Jahren beteiligt waren. Nach Angaben der britischen Botschaft war es der persönliche Wunsch der Königin, den Ort zu besuchen.

Stilles Gedenken

Es war der erste Besuch der Monarchin in einem ehemaligen Konzentrationslager überhaupt. Der letzte Programmpunkt stand im Gegensatz zu den publikumswirksamen Stationen in Berlin und

Frankfurt am Main

ganz im Zeichen der Stille: Der rund halbstündige Besuch fand abseits von Zaungästen statt. Die Königin hatte sich eine möglichst private Atmosphäre gewünscht. In Bergen-Belsen erwarteten sie neben Landespolitikern und weiteren offiziellen Gästen Schüler eines Gymnasiums aus dem nahe gelegenen Celle.

Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner empfing die Queen und ihren Mann Prinz Philip am Jüdischen Mahnmal, anschließend führte er das royale Paar zum Gedenkstein für Anne Frank. Einen Augenblick verweilten die beiden im Haus der Stille, das Besuchern die Möglichkeit zur Einkehr und Besinnung gibt. Den Kranz legte die Königin an der Inschriftenwand nieder, die an Opfer aller Nationen erinnert. In dem Lager wurden mehr als zwischen 1940 und 1945 mehr als 70.000 KZ-Häftlinge getötet. Unter ihnen war die 15-Jährige Anne Frank, die mit ihren Tagebüchern posthum weltberühmt wurde.

Symbol für den Holocaust

Der Ort hat eine besondere Bedeutung in der Erinnerungskultur in Großbritannien. Gedenkstättenleiter Wagner sagte: Bergen-Belsen gelte in Großbritannien als das Symbol für NS-Verbrechen und den Holocaust. Britische Kriegsreporter filmten die unvorstellbaren Zustände in dem Lager, in dem bei der Befreiung am 15. April 1945 Tausende Leichen lagen.

Vor ihrer Reise nach Bergen-Belsen hatte die 89-Jährige sich auf dem

Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor

letztmals der Öffentlichkeit gestellt. Inzwischen reiste sie wieder nach London zurück. Die war seit Dienstagabend zum fünften Mal auf Staatsbesuch in Deutschland. Ihr erster war 1965.

mm/SC (dpa, afp, rtr, epd)

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