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Quadriga

Quadriga Spezial: Die Deutsche Einheit - Hoffnung, Chance, Erfolgsgeschichte

Gerade einmal 329 Tage lagen zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung. Als die Mauer am 9.11.1989 fiel strömten die Menschen jubelnd und fassungslos in den Westen.

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Kaum jemand glaubte zu diesem Zeitpunkt, dass elf Monate später erneut gefeiert wurde: die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

Dazwischen lag ein Jahr der diplomatischen Großoffensive, des Pokerns, der Euphorie und der langen Verhandlungsnächte. Tief war die Sorge, dass die Sowjetunion, die USA, Frankreich und Großbritannien den Wiedervereinigungswunsch der beiden deutschen Staaten nicht mittragen würden. Die Angst vor einer deutschen Großmacht war historisch bedingt. Doch am 12.September 1990 gab es die sechs Unterschriften, durch die ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufgeschlagen werden konnte. Die 2+4 Verträge besiegelten das Ende der Konfrontation der militärischen Blöcke in der Welt.

Großes leistete auch die erste frei gewählte Volkskammer der DDR. In Rekordzeit verabschiedete sie mehr als 150 Gesetze und fasste rund 100 Beschlüsse. Sie bereitete durch die Änderung der DDR-Verfassung die Wiedervereinigung vor, beschloss die Gesetze für die Verträge einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion.

In einer Sondersitzung in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1990 beschloss die Volkskammer mit 294 Stimmen bei 62 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes nach Artikel 23 GG zum 3. Oktober 1990.

Doch auch im 20. Jahr der Wiedervereinigung sprechen die Deutschen immer noch von Ost und West. Die Nichtanerkennung ostdeutscher Berufsabschlüsse, das Ende von Karrieren, zum Beispiel bei Wissenschaftlern, Militärs oder Diplomaten, die Ungleichheit der Lebensverhältnisse beklagen die einen, die anderen die jährlich milliardenschweren Transfers.

Nach zwanzig Jahren Deutscher Einheit stellt sich auch die Frage: Hat Deutschland das Friedenskapital, dieses große Geschenk genutzt? Hat es die von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl am 3.10.1990 geforderte, größere internationale Verantwortung in Europa und der Welt angenommen?

Es wird im vereinten Deutschland viel bejammert. Nur selten wird die große Chance gesehen oder empfunden.

Jammerossis, Besserwessis. Außenpolitisch beide Angsthasen.

Und es stellt sich die Frage: Steht im 20. Jahr der Deutschen der große Aufbruch noch aus?