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Indien

Prozess gegen indische Politiker nach Moschee-Abriss

Chaos in Indien, 1992: Hindunationalisten zerstören die Babri-Moschee, es kommt zu blutigen Ausschreitungen. Nun muss eine Gruppe Politiker von damals vor Gericht - sie sollen den Mob durch Hassreden angestachelt haben.

Das Oberste Gericht hat entschieden, dass insgesamt 13 Männer wegen krimineller Verschwörung in Zusammenhang mit dem Abriss des Gotteshauses angeklagt werden müssen. Darunter sind hochrangige Politiker, wie etwa Lal Krishna Advani, der Mitbegründer der heute regierenden Bharatiya Janata-Partei, und das amtierende Kabinettsmitglied Uma Bharti.

Hindunationalisten hatten die im 16. Jahrhundert erbaute Babri-Moschee im nordindischen Ayodhya im Dezember 1992 abgerissen. Sie wollten dort einen Tempel für ihren Hindu-Gott Ram bauen. Es folgten schwere religiöse Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslimen, bei denen mehr als 2000 Menschen starben.

Babri-Moschee vor der Zerstörung 1992 (Foto: AP)

Die Babri-Moschee stammt aus dem 16. Jahrhundert (Archivbild)

Laut Anklage haben die Beschuldigten den Mob durch Hassreden dazu aufgewiegelt, die Moschee zu zerstören. Sie bestreiten das. Auf Anordnung des Obersten Gerichts darf das Verfahren, das vor einem Spezialgericht verhandelt wird, nicht länger als zwei Jahre dauern - Indiens Gerichtsprozesse sind sonst bekannt für ihre lange Dauer.

Der Konflikt zwischen den Religionen in der Region schwelt seit Jahrzehnten und ist noch immer ungelöst. Der Ort, an dem die Moschee stand, ist streng bewacht - ein Rechtsstreit um das Grundstück dauert weiter an.

Etwa 80 Prozent aller Inder sind Hindus. Die zweitgrößte Religionsgruppe, mit einem Anteil von etwa 14 Prozent an der Gesamtbevölkerung, sind die 140 Millionen Muslime im Land.

mrk/sti (epd, dpa)