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Europa

Proteste nach Madrider Bombenanschlag

Einen Tag nach dem Autobombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf den Großflughafen von Madrid haben Tausende Spanier gegen den Terror protestiert.

Rauchwolken über Madrider Flughafen-Parkhaus (Quelle: AP)

Eine der größten Bomben der ETA

Im ganzen Land kamen Menschen am Sonntag (31.12.2006) zu Schweigekundgebungen vor den Rathäusern zusammen. Im Zentrum von Madrid demonstrierten zudem Hunderte Terroropfer gegen die Regierung und forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero. Er hätte der ETA keine Friedensverhandlungen anbieten dürfen und müsse nun jeden Dialog mit den Terroristen abbrechen, skandierten sie. Zu der Kundgebung hatte Spaniens größter Verband von Terroropfern (AVT) aufgerufen, der der konservativen Opposition nahe steht.

Nach dem Attentat wurden immer noch zwei Menschen vermisst. Es sei zu befürchten, dass sie ums Leben gekommen sind, teilten die spanischen Rettungskräfte mit. Die beiden 19 und 35 Jahre alten Männer aus Ecuador wurden unter den Trümmern des Parkhauses vermutet, wo der in einem Lieferwagen versteckte Sprengsatz am Samstag detoniert war. Sie waren am Flughafen, um Verwandte abzuholen.

Waffenruhe gebrochen

Demonstration gegen ETA nach ETA-Anschlag auf den neuen Madrider Flughafen

Neun Monate Waffenruhe sind vorbei

Die ETA setzte nach Angaben der Ermittler 500 bis 800 Kilogramm Sprengstoff ein. Es war damit eine der gewaltigsten Bomben, die je von der Separatistenorganisation gelegt worden sind. Bei dem Anschlag waren 26 Menschen leicht verletzt worden. Die Feuerwehr setzte bei der Suche nach den beiden Vermissten schweres Gerät ein. Es gelte, 40.000 Tonnen Schutt zu beseitigen, hieß es. Die Bergungsarbeiten könnten noch Tage dauern.

Mit dem Attentat hatte die ETA ihre vor neun Monaten verkündete Waffenruhe beendet. Als Reaktion setzte Zapatero den
Friedensprozess mit der baskischen Untergrundorganisation bis auf
weiteres aus. Er ordnete an, alle Verhandlungsbemühungen mit der ETA einzustellen. Eine Wiederaufnahme des Dialogs sei nur möglich, wenn die Organisation ihren Willen zur Abkehr vom Terror unter Beweis stelle, sagte Zapatero. (kas)

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