1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Parteitag in Manchester

Premierministerin Theresa May verkündet "britischen Traum" für die Jugend

Die offene Machtprobe blieb beim Parteitag der britischen Konservativen in Manchester aus. Premierministerin May versuchte, sich und ihre Tories mit einer neuen, eher sozialen Programmatik zu profilieren.

Sie musste ihre mit Spannung erwartete Rede wiederholt wegen starker Hustenanfälle unterbrechen, mehrfach versagte die Stimme, zwischenzeitlich wurde sie von einem Comedian gestört - und schließlich knallten auch noch symbolträchtig Teile der Parteitagsdekoration hinter ihr auf das Podium: Die britische Premierministerin Theresa May konnte bei ihrem Auftritt in Manchester (Artikelfoto) wenigstens auf das Mitgefühl der Tory-Delegierten hoffen. Die befürchtete Revolte gegen sie blieb aus.   

May entschuldigte sich zunächst noch einmal kleinlaut für die Niederlage bei den Parlamentswahlen, die ihre Partei im Juni die absolute Mehrheit gekostet hatte. Die Kampagne sei "zu sehr nach Drehbuch und zu präsidentiell" geführt worden. Sie forderte auf diese Schlappe eine entschlossene Antwort der Konservativen, die sich mehr um das alltägliche Leben der normalen, arbeitenden Menschen kümmern müssten. Sie legte ihre Vision für ein "gerechteres Großbritannien" dar, mit dem sie Oppositionsführer Jeremy Courbyn von der Labour-Partei Paroli bieten will. 

Sozialer Wohnungsbau und billigere Energie 

May versprach Investitionen für Familien und für die Jugend. Sie glaube an einen Konservatismus, der fair und gerecht sei und "den britischen Traum für eine neue Generation am Leben hält", sagte die Regierungschefin. "Das ist es, wofür ich mich einsetze. Das ist es, wofür wir uns alle einsetzen müssen."

So sei für viele Briten der Traum von einem eigenen Zuhause "außer Reichweite" geraten, beklagte die Premierministerin. Zudem kündigte sie eine Preisbremse auf dem Energiesektor an. Es müsse notfalls gegen Monopole und Eigennutz vorgegangen werden, falls der freie Markt nicht funktioniere. Eine Deckelung könne helfen, Wucherpreisen ein Ende zu setzen, sagte May.   

Immobilienmarkt London (picture alliance/empics)

Für viele junge Briten ist es immer schwieriger geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden

Beim Thema Austritt aus der Europäischen Union erklärte May den Delegierten, sie verlasse sich auf die Geschlossenheit ihres Kabinetts. Man wünsche sich natürlich einen Erfolg beim Brexit, habe aber auch Pläne für den Fall eines Scheiterns. "Wir sind dafür als Regierung verantwortlich, dass wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sind", rief sie in den Saal. Schon am Wochenende hatte sie in einem Interview ein Szenario für einen Abschied aus der EU ohne vertragliche Einigung angesprochen.  

Johnson zahm

Eine Demonstration der Stärke gelang Theresa May zum Abschluss in Manchester nicht. Aber es gab auch keine offenen Rücktrittsforderungen. Selbst Außenminister Boris Johnson mühte sich, Gerüchte um seine Ambitionen zu zerstreuen. Obwohl er seine Parteitagsrede am Dienstag mit dem Titel "Lass den Löwen brüllen" ankündigte, geriet sie überraschend zahm. Das Kabinett sei hinter "jeder Silbe" der Brexit-Rede der Premierministerin in Florenz vereint, beteuerte Johnson, der zuvor wiederholt öffentlich einen härteren Kurs abgemahnt hatte.

SC/fab (APE, rtre, afpe, dpa)