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Wirtschaft

Porsche schickt VW-Aktien auf Sinkflug

Angesichts der jüngsten Kurssteigerungen bei der VW-Aktie will Hauptaktionär Porsche Aktien auf den Markt bringen, um den Kurs des Papiers zu stabilisieren. Als Folge stürzt die VW-Aktie ab und reißt den Dax mit sich.

Das VW-Logo (AP Photo/Fabian Bimmer)

Die VW-Aktie fährt derzeit Achterbahn

Der Stuttgarter Konzern teilte am Mittwoch (29.11.2008) mit, Porsche beabsichtige je nach Marktlage Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von bis zu fünf Prozent der VW-Stammaktien aufzulösen. Damit würden mehr Aktien des Wolfsburger Autobauers auf den Markt gebracht.

Als Folge fiel die VW-Aktie im Tagesverlauf an der Frankfurter Börse um rund 40 Prozent. Der Kurs des VW-Papiers war am Dienstag zweitweise auf mehr als 1000 Euro gestiegen.

Porsche macht Leerverkäufer verantwortlich

Porsche führte die Turbulenzen auf die Geschäfte von Spekulanten zurück. Es lägen Informationen vor, nach denen Leerverkäufer, sogenannte Shortseller, zur Erfüllung ihrer Lieferverpflichtungen VW-Stammaktien kaufen müssten, teilte die Porsche-Holding weiter mit. Der Konzern wies jegliche Verantwortung für die Marktverwerfungen zurück. Die kapitalmarktrechtlichen Vorschriften seien zu jeder Zeit beachtet worden, hieß es in der Mitteilung. "Porsche war während dieser Kursbewegungen nicht im Markt aktiv", hieß es. Vorwürfe der Kursmanipulation durch Porsche entbehrten jeder Grundlage.

Dax und Stoxx gewichten VW-Aktie neu

Angesichts der Turbulenzen entschied die Deutsche Börse, dass die Volkswagen-Stammaktie im Deutschen Aktienindex Dax ab der kommenden Woche künftig nur noch ein Gewicht von maximal zehn Prozent haben soll. Zum Handelsende am Dienstag hatten sie einen Anteil von 27 Prozent und verzerrten damit das Börsenbarometer.

Auch der Index-Anbieter Stoxx reduziert von diesem Freitag den Anteil von Volkswagen-Stammaktien in seinen Indizes wie dem Euro Stoxx 50.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (AP Photo/Heribert Proepper)

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff ist besorgt über die Entwicklung

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff begrüßte diesen Schritt. Als Reaktion auf die Kursturbulenzen der Volkswagen-Aktie forderte er zugleich, Aktienoptionsgeschäfte stärker zu dokumentieren und zu überprüfen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass es mehr Transparenz geben muss, dass es Register geben muss, wo man einsehen kann, welche Optionen wo vereinbart sind, dass es auch eine bestimmte Überprüfung von Leerverkäufen geben muss", sagte der CDU-Politiker im deutschen Fernsehen.

Zugleich räumte Wulff ein, dass die Reichweite gesetzlicher Maßnahmen auf diesem Gebiet beschränkt sei: "Manches ist auch nur durch Ethik, durch Moral zu bewältigen." Das Bundesland Niedersachsen hält 20 Prozent der VW-Anteile.

Höhenflug auf 1000 Euro

Hintergrund der hektischen Aktivitäten ist der massive Anstieg der VW-Aktie. Sie hatte ihren Wert in den vergangenen Tagen vervielfacht, nachdem Porsche mitgeteilt hatte, dass der Konzern bereits mehr als 70 Prozent der Anteile besitzt oder Optionen darauf hält. Davon wurden vor allem zahlreiche Hedge-Fonds überrascht, die auf sinkende Kurse gewettet hatten. Sie haben nun Schwierigkeiten, ihre von anderen Investoren ausgeliehenen und dann verkauften Aktien zurückzuerwerben.

Dies trieb die Kurse unabhängig vom fundamentalen Wert der Firma in astronomische Höhen. Die VW-Aktie war am Dienstag zeitweise zu mehr als 1000 Euro gehandelt worden, der deutsche Autohersteller war damit die teuerste Aktiengesellschaft der Welt. (mm)

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