1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Poppige Metamorphose

Konkurrenz belebt das Geschäft: Nie war ein Vorentscheid zum europäischen Musikgipfel so umkämpft wie im Jahr 2004 in Deutschland. Der Grund: Neue Regeln.

default

Beschaulich war einmal ...

Fast 50 Jahre gibt es den europäischen Kult-Contest, den Grand Prix d' Eurovision de la Chanson, jetzt Eurovision Song Contest. Ein einziges Mal schaffte Deutschland den Sieg: 1982 gewann Nicole mit "Ein bisschen Frieden". Doch nach den neuen Regeln hätte sie keine Chance. Denn beim Vorentscheid mitmachen darf nur noch, wer es schon in die Charts geschafft hat. Die Bewerber müssen ein Video mitbringen. Im Gegenzug gibt es auf dem Musikkanal VIVA, der mit dem ausrichtenden Norddeutschen Rundfunk (NDR) kooperiert, Sendezeit satt.

Die große Bühne winkt

Deshalb haben auch die Mädchenband Wonderwall und kommerzielle Techno-Acts wie Scooter mitgemacht. Denn dem Teilnehmer im europäischen Finale winkt ein Auftritt vor rund 500 Millionen TV-Zuschauern. Das war auch für "Mia" ein Anreiz. Dass diese punkige Popband zum Grand Prix wollte, war schon ein kleines Wunder. Der alte Grand Prix war in Deutschland eine Veranstaltung für seichte Schlagermusik. "Eigentlich wollten wir nie beim Grand Prix mitmachen", sagt Mia"-Sängerin Mieze. Aber es hätten sich wichtige Dinge verändert: "Zum Beispiel nimmt jetzt ein ganz anderes Feld von Künstlern teil, und die Leute kennen die Künstler und das Video schon vorher, das finde ich sehr gut. Dadurch hast du nicht diesen Effekt: Man hört ein Lied drei Minuten und kann danach trotzdem nicht sagen, ob es einem gefällt oder nicht."

Alte Zöpfe abschneiden

Der Mann, der eine Band wie Mia zum Eurovision Song Contest bringen wollte, ist NDR-Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer, Macher des deutschen Vorentscheids. Sein Ehrgeiz: die Crème de la Crème des jungen deutschen Pop soll zum Finale in die Türkei. "Deutschland soll respektiert werden, und zwar mit einem modernen Musiktitel", sagt Jürgen Meier-Beer, denn im Ausland denke man bei deutscher Musik vor allem an Lederhosen und Schunkelmusik. Um das zu erreichen, hat sich Beer mit dem Musiksender VIVA zusammengetan: "Viva ist vor zehn Jahren in Deutschland angetreten, um deutsche Musikproduktionen zu fördern", sagt Beer. "Dann haben wir uns überlegt: Wenn Viva im Verbund mit uns mal zeigt, was sie können und wir wirklich tolle deutsche Titel promoten, dann passen die Interessen perfekt zusammen. Und so hat es auch funktioniert."

Mach's, Max!

Der Sieger hat´s aber ganz ohne Viva geschafft, mit einer Wildcard: Max ist ein Nobody, der gerade in der Pro7-Sendung "TV-Total" gecastet wurde. Den Segen von "Mia"- Sängerin Mieze hat er, denn für sie gilt nur eines: "Für uns ist wichtig, durch eine Mattscheibe hindurch irgendwie in ein Wohnzimmer, ein Herz zu dringen. Das finde ich für uns einfach wichtig. Also: Herzlichen Glückwunsch!"

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links