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Kultur

Popkomm sieht Licht

Deutschlands größte Musikmesse will in diesem Jahr die Speerspitze für eine Renaissance der Musikindustrie sein. Die Zeit des Jammerns scheint vorbei, die Popkomm gibt sich optimistisch.

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Die Musikbranche will die Welt zurückhaben

"Nach sieben Jahren Talfahrt sieht die von Umsatzeinbußen geplagte Musikbranche wieder Licht am Ende des Tunnels", sagte Popkomm-Geschäftsführer Ralf Kleinhenz zur Eröffnung der Musikmesse in Berlin. Licht, in dem sich die Popkomm schon sonnen darf: Die Messe selbst wartet im Jahr zwei nach dem Umzug von Köln in die Hauptstadt mit guten Zahlen auf. Für dieses Jahr sind gut 800 Aussteller aus 48 Ländern gemeldet, zehn Prozent mehr als 2004. Die Zahl der Fachbesucher soll in den Tagen bis zum 17. September ebenfalls um diese Größenordnung wachsen. Besonders stolz ist man darauf, dass nach einer Umfrage 2004 drei Viertel der Aussteller auf der Messe Geschäfte abgeschlossen haben.

Noch mehr Licht

Die Stimmung in der Musikbranche hat sich jedenfalls deutlich ins Positive gewandelt - und das obwohl im ersten Halbjahr 2005 die Absatzzahlen für Tonträger nochmals um zehn Prozent zurückgingen. Die CD-Verkäufe sind aber um 4,4 Prozent gestiegen, sagt Ralf Kleinhenz. Und richtig gut sehe es beim Hoffnungsträger der Branche aus, den legalen Downloads: Hier sind mit etwa 8,5 Millionen die Werte des gesamten Vorjahres bereits überschritten.

Legale Downloadportale und die Vermarktung über Klingeltöne böten das Potential für eine "grundlegende Renaissance" der Branche, meint Ralf Kleinhenz - sofern sie es schaffe, sich anzupassen. Nachdem die Musikindustrie diese Entwicklung lange verschlafen hatte und restriktiv gegen Downloads vorging, will die Popkomm den Boom nun aktiv begleiten und fördern. "Die Popkomm entwickelt sich zu einer wirklichen Musik- und Entertainement-Messe und weg von einem nur Tonträger-Fokussierten Markt", sagt Katja Bittner von der Popkomm. Deshalb wird auf den Diskussionsveranstaltungen des Popkomm-Kongresses vornehmlich über Musik auf dem Handy oder den Musikvertrieb im Internet diskutiert. Besonders zukunftsträchtigen Geschäftsideen verleiht die Popkomm den Innovations-Award IMEA.

Clubs und Konzerte

Weiteren Optimismus verbreitet ausgerechnet der in den letzten Jahren besonders gerupfte Sektor Konzerte. Veranstalter vermelden Umsatzsteigerungen, die Trendwende scheint geschafft. Hoffnungsträger dieses Sektors bekommen beim Popkomm-Festival genügend Raum, um sich vorzustellen. 1000 Bands und Musiker aus 23 Ländern versorgen die Berliner Clubs in den drei Messetagen mit 400 Stunden Live-Sets - ebenfalls eine quantitative Steigerung gegenüber dem Vorjahr. In Sachen Clubs sei "Berlin eine andere Hausnummer als Köln", gibt der Kölner Kleinhenz zu.

Besonders viele Bands kommen aus dem Popkomm-Partnerland 2005 Spanien - was gut zu der allgemeinen Stimmungslage passt. Schließlich sagt man diesen nach, dasss sie gut feiern können - egal ob es einen Anlass gibt.

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  • Datum 14.09.2005
  • Autorin/Autor Oliver Ilan Schulz
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7Af5
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