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Politik

Polonium an immer mehr Orten

Eine Woche nach dem Tod des russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko wird immer mysteriöser. Inzwischen sind an einem dutzend Stellen radioaktive Strahlen gemessen worden.

British-Airways Maschinen

Schon fünf Flugzeuge in Verdacht

Bei den Ermittlungen zum Gifttod des russischen Ex-Spions Alexander Litvinenko werden an immer mehr Orten radioaktive Strahlen gemessen. Der britische Innenminister John Reid sagte am Donnerstag, an etwa zwölf Orten seien radioaktive Spuren gefunden worden, insgesamt seien 24 Stellen wegen einer möglichen Verseuchung beobachtet worden oder würden noch beobachtet.

Bisher nur negative Tests bei Menschen

Reid bestätigte im Parlament, dass Spuren der radioaktiven Substanz Polonium in zwei Maschinen von British Airways am Londoner Flughafen Heathrow gemessen worden seien; für eines der Flugzeuge sähen Experten kein Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit. Das zweite Flugzeug werde noch untersucht, doch auch hier sei die Gefahr gering. Zudem werde eine dritte BA-Maschine derzeit in Moskau untersucht, sagte Reid weiter. Kontrolliert wurde ferner eine vierte Maschine der russischen Privatlinie Transaero, die am Donnerstagmorgen in Heathrow gelandet war.

Bislang hätten sich in den Urinproben von 29 Menschen keine Polonium-Spuren nachweisen lassen, sagte der Innenminister. Er kündigte an, dass die britischen Behörden alle Länder kontaktieren würden, in denen die verseuchten Maschinen zwischengelandet seien.

Auch Russland verstärkt Kontrollen

Die russischen Behörden verstärkten derweil die Kontrollen von
ausländischen Fluglinien. An allen regionalen und internationalen
Flughäfen würden Flüssigkeiten, Gels, aber auch die radioaktive
Sicherheit in Cockpits und Kabinen verschärft kontrolliert, teilte
das Verkehrsministerium in Moskau mit.

Ein Russe, der mit Litvinenko am Tag von dessen Erkrankung zusammengetroffen war, war an Bord eines der beiden verseuchten British-Airways-Flugzeuge gewesen. Der Geschäftsmann und ehemalige KGB-Agent Andrej Lugowoi sagte der Zeitung "Kommersant", er sei am 3. November in einer der Maschinen von London nach Moskau geflogen. Mit der mutmaßlichen Vergiftung Litvinenkos habe er jedoch nichts zu tun, sagte Lugowoi.

Der Kreml-Kritiker Litvinenko war nach dreiwöchigem Todeskampf am 23. November gestorben. In seinem Urin wurden Spuren des radioaktiven Polonium nachgewiesen.

Obduktion am Freitag

Alexander Litvinenko

Alexander Litvinenko (Archivfoto)

Weiteren Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion des Leichnams, die am Freitag beginnen soll. Bislang ist noch immer nicht geklärt, wann und wie genau die radioaktive Substanz in Litwinenkos Körper kam. Als wahrscheinlichster Termin für einen Giftanschlag gilt der 1. November. An diesem Tag traf sich der ehemalige russische Geheimagent in London mit verschiedenen Kontaktmännern aus Russland und Italien.

Ex-Ministerpräsident auch vergiftet?

Nach der mysteriösen Erkrankung des früheren russischen Ministerpräsidenten Jegor Gajdar (50) untersucht die irische Polizei einen möglichen Zusammenhang zum Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko. Gajdar war in der vergangenen Woche bei einem Vortrag an der Universität von Irland in Maynooth bei Dublin plötzlich zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Gajdars Tochter Maria hatte sich am Donnerstag überzeugt davon geäußert, dass ihr Vater ebenfalls Opfer eines Giftanschlags wurde. (stl/kas)

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