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Aktuell Asien

Polizei stoppt Flugblatt-Aktion

Hunderttausende regimekritische Flugblätter wollten Aktivisten von Südkorea in das kommunistische Nordkorea schicken. Der Norden drohte dem Süden mit einem Militärschlag. Die Polizei verhinderte die Aktion.

Ein Aktivist schmeißt, umringt von Polizisten, mit Flugblätter um sich, in denen das nordkoreanische Regime kritisiert wird (Foto: AFP)

Polizei stoppt Flugblattaktion

Südkoreanische Soldaten und Polizisten stoppten die Aktion, indem sie die Zufahrtswege und den Ort, von dem die Aktion starten sollte, weiträumig abriegelten. Das berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS

200.000 regimekritische Flugblätter wollten Aktivisten der Organisation "Kämpfer für ein freies Nordkorea" an Ballons befestigt über die Grenze in das Nachbarland schicken. Als Ausgangspunkt ihrer Aktion hatten sie einen Park nahe der Grenzstadt Paju, 60 Kilometer nördlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, gewählt. Dieser wurde von Einsatzkräften weiträumig abgeriegelt. Er würde aus Sicherheitsgründen solange gesperrt, bis die 50 Aktivisten ihren Plan aufgäben, sagte ein Polizeisprecher.

Das ist lächerlich", sagte der Leiter der Aktivistengruppe, Park Sang Hak. Schließlich sei die Aktion von der Regierung genehmigt worden. Eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul erklärte, die Behörden hätten die Genehmigung aufgrund der erhöhten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder zurückgezogen.

Polizei stoppt einen Truck, der Flugblätter südkoreanischer Aktivisten an den Aktionsort bringen sollte (Foto: AFP)

Um die Aktion zu verhindern, riegelten Einsatzkräfte das Gebiet um den Aktionsort weiträumig ab

Ungewöhnlich harte Reaktion Nordkoreas

Nordkorea hatte vergangene Woche mit einem "gnadenlosen Militärschlag ohne Vorwarnung" auf das Nachbarland gedroht, sollten erneut Flugblätter über die Grenze gelangen. Das Gebiet um die Startstelle würde dabei direkt angegriffen, hieß es.

Immer wieder schicken Gegner der nordkoreanischen Regierung regimekritische Flugblätter in das Nachbarland. Mit Aktionen wie dieser wollen die Aktivisten, viele von ihnen sind nordkoreanische Flüchtlinge, Botschaften an die Bewohner des abgeschotteten kommunistischen Nachbarlandes schicken. Darin wollen sie über Vorgänge im Ausland berichten, das autoritäre Regime von Machthaber Kim Jong Un anprangern und zu seinem Sturz aufrufen.

Auch wenn Nordkorea regelmäßig mit Vergeltungsschlägen droht, war die Reaktion diesmal ungewöhnlich hart. Südkorea hatte deswegen zusätzliche Artillerie- und Panzereinheiten an die Grenze entsandt, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap.

vf/as (dpa/afp)