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Aktuell Asien

Drohungen wegen Flugblatt-Aktion

Säbelrasseln in Korea. Der kommunistische Norden hat dem Süden mit Militärschlägen gedroht, falls Aktivisten wie angekündigt regimekritische Flugblätter über dem Land abwerfen sollten.

Der Tonfall zwischen Nord- und Südkorea verschärft sich wieder. Die Streitkräfte des kommunistischen Nordens haben dem verfeindeten Nachbarn mit unangekündigten Militärschlägen gedroht. Ziele im südkoreanischen Grenzgebiet würden beschossen, sollten von dort aus tatsächlich regimekritische Flugblätter über Nordkorea abgeworfen werden.

Immer wieder Provokationen

Hintergrund der Spannungen ist die Ankündigung von privaten Gruppen in Südkorea, sie wollten am kommenden Montag riesige Ballons über die Grenze schicken, in denen insgesamt 200.000 Flugblätter transportiert werden. Nachrichtenagenturen zufolge kommt es häufig zu derartigen Aktionen im Grenzgebiet. Zu den Initiatoren zählen unter anderem nordkoreanische Flüchtlinge, die den Menschen in ihrer ehemaligen Heimat auf diesem Weg Botschaften zukommen lassen. Darin prangern sie das autoritäre Regime in Pjöngjang an und fordern den Sturz des Machthabers Kim Jong Un.

Die nordkoreanische Regierung fühlt sich dadurch provoziert und bezichtigt die Regierung in Seoul als Drahtzieher der Aktion. Es sei eine "unverzeihliche Herausforderung für die Armee und die Bevölkerung der Volksrepublik", heißt es laut Medienberichten in einer Erklärung des Westlichen Frontkommandos der Volksarmee. Man werde "ohne Vorwarnung mit gnadenlosen Militärschlägen" Vergeltung üben. Die Bewohner der grenznahen Region um den Touristenort Paju, von dem aus die Flugblätter gestartet werden sollen, sollten vorsichtshalber in Sicherheit gebracht werden.

Südkoreanische Grenzstadt Paju. (Foto: dapd)

Mögliches Ziel eines Angriffs: die südkoreanische Grenzstadt Paju

Südkorea reagiert selbstbewusst

Die südkoreanische Regierung zeigte sich von der Drohung des Nordens unbeeindruckt: "Wenn das passiert, werden wir zurückschlagen", sagte Verteidigungsminister Kim Kwan Jin. Auch die Aktivisten, die hinter der Flugblatt-Aktion stehen, reagieren gelassen: "Es hat in der Vergangenheit ähnliche Drohungen gegeben, aber wir haben uns damals nicht davon abhalten lassen und sie werden uns auch diesmal nicht stoppen", sagte der Anführer der Aktivisten, der Exil-Nordkoreaner Pak Sang-hak.

Zwischen Nord- und Südkorea kommt es immer wieder zu Spannungen. Beobachter vermuten, dass die aggressive Reaktion Nordkoreas zusätzlich durch möglicherweise bevorstehende Wahlen in Südkorea und die geplante Stationierung südkoreanischer Raketen von 800 Kilometer Reichweite hervorgerufen worden sein könnte.

Formal befinden sich Nord- und Südkorea im Kriegszustand. Seit dem Ende des Koreakriegs 1953 herrscht zwischen dem kommunistischen Norden und dem kapitalistischen Süden lediglich ein Waffenstillstand.

mak/wl (rtr, afp, dpa)