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Aktuell Europa

Polizei nimmt Schlepperring hoch

In Deutschland, Österreich und Ungarn hat die Polizei eine Schlepperbande mit insgesamt 17 Tätern festgenommen. Sie sollen mehr als 1000 Flüchtlinge über die Grenzen gebracht haben.

Die Festnahmen fanden von September vergangenen Jahres bis Ende Juli statt. Nachdem die Polizei immer wieder vereinzelte Schlepper festnahmen konnte, gelang der entscheidende Schlag vor wenigen Tagen, wie die österreichische Presseagentur apa berichtet. In einem abgestimmten Zugriff nahmen mehr als 100 Beamte in Österreich, Budapest und Berlin sieben weitere Verdächtige fest. Außerdem wurden bei einem dutzend Hausdurchsuchungen viele Mobiltelefone, Schusswaffen, Bargeld und Schmuck sichergestellt.

Schlepper bedienten sich geheimer Codes

Die Schlepperbande brachte die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran meist in kleineren Gruppen mit dem Auto über Ungarn nach Deutschland und in andere EU-Länder.

Bei den Fahrten sollen sich die Schlepper gewisser Codes bedient haben, berichtet die Nachrichtenagentur. Wenn Erwachsene geschleust wurden, soll von "Paletten" die Rede gewesen sein, Kinder bezeichneten die Täter als "kleinere Paletten". Bei einzelnen Transportfahren soll von "Fleischlieferung" gesprochen worden sein.

Für 2.400 Euro von Wien nach Frankreich

Für die Strecke Budapest-Wien wurden apa zufolge gezielt Fahrer angeworben, die für 700 Euro ihre menschliche Fracht transportieren sollten. Die Migranten selbst mussten von Ungarn nach Deutschland bis zu 800 Euro, von Wien nach Frankreich etwa 2.400 Euro zahlen. Das Schleppen sei nach wie vor ein einträgliches Geschäft, sagte Gerald Tatzgern, Leiter der zentralen Schlepperbekämpfung beim Bundeskriminalamt in Österreich, laut apa.

rk/kle (apa, dpa)