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Kultur

Politischer Schriftsteller: Navid Kermani

Islamismus und Integration sind Schwerpunktthemen des Schriftstellers und Islamwissenschaftlers Navid Kermani. Zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes sprach der Deutsch-Iraner im Deutschen Bundestag. Ein Porträt.

Navid Kermani, der über sich selbst sagt, dass er immer ein politischer Mensch gewesen sei, schrieb unter anderem für die "Frankfurter Rundschau", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung". Auch für die Deutsche Welle war Kermani Gastautor.

Blick jenseits der Schlagzeilen

Seine Arbeiten umfassen Literaturkritiken, politische Essays und Reportagen über den arabischen Raum, den Iran, Ägypten und Syrien. "Reportagen sind für mich genauso wichtig und bedeutend wie der Roman oder meine wissenschaftlichen Fachbücher", sagte Kermani der DW über sein bisheriges Gesamtwerk. Sie würden den Blick dafür öffnen, was jenseits der Schlagzeilen, die die Nachrichten bestimmen, passiere.

Islamismus und Integration

Navid Kermani wurde 1967 in Siegen geboren und lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Köln. Seine Eltern stammen aus dem Iran. Bereits als 15-Jähriger veröffentlichte Kermani seine ersten Artikel in einer Lokalzeitung. In Köln, Kairo und Bonn studierte er Orientalistik, Theaterwissenschaften und Philosophie. Seine Promotion beschäftigte sich mit der Rezeptionsweise des Koran, die 1999 unter dem Titel "Gott ist schön" erschien. Kermanis Themen sind der Islamismus und die Integration. Derzeit lehrt Kermani als Literaturprofessor am Dartmouth College in den USA.

Viele Preise für literarisches Schaffen

Bekannt ist der Deutsch-Iraner aber vor allem für sein literarisches Schaffen. Für seinen Roman "Dein Name" ist er mehrfach ausgezeichnet worden. 2014 erhielt er den Joseph-Breitbach-Preis für sein literarisches Gesamtwerk und den Gerty-Spies-Literaturpreis. 2012 bekam er als "Vordenker für die Zukunft" den Kleist-Preis. 2011 erhielt er den Hannah-Arendt-Preis.

Zum Eklat kam es 2009 im Vorfeld der Verleihung des Hessischen Kulturpreises. Navid Kermani sollte gemeinsam mit dem Katholiken Kardinal Karl Lehmann, dem Protestanten Peter Steinacker und dem Juden Salomon Korn den Hessischen Kulturpreis für sein Engagement im religionsübergreifenden Dialog erhalten. Weil er die christliche Kreuzestheologie kritisiert hatte, lehnten die beiden christlichen Mitpreisträger ab, mit ihm zusammen ausgezeichnet zu werden. Kermani wurde der Preis wieder aberkannt. Nach einer breiten öffentlichen Diskussion entschuldigte sich der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch bei Kermani und zeichnete den Schriftsteller schließlich doch mit dem Hessischen Kulturpreis aus.

Am Freitag (23.05.2014) war der kritische und meinungsstarke Schriftsteller zu Gast im Deutschen Bundestag. Er hat zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes eine Festrede gehalten.

Dokumentation:

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