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Wissen & Umwelt

Polarer Hightech-Bau

Es ist geschafft! Die neue deutsche Antarktisstation, die Neumayer III, ist eingeweiht. Die Forscher wird's freuen. Denn nun ist ihr Dasein in den engen Röhren unter dem Eis glücklicherweise zu Ende!

Die Neumayer III (Foto: DPA)

Die Neumayer III

Für die Forscher ist die neue deutsche Antarktisstation Neumayer III. purer Luxus. Endlich ist ihr Maulwurf-Leben beendet, das sie in der Röhrenanlage, der Neumayer II, führen mussten.

Versunkene Station Neumayer (Foto: DPA)

Hier versank die Neumayer II im Schnee und Eis

Neumayer II versank in den letzten 15 Jahren in Eis und Schnee. Zwölf Meter tief im Schelfeis liegt sie jetzt, bedeckt von einer Tonnen schweren Schneeschicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie durch die gewaltigen Kräfte der Eismassen wie eine Getränkedose zerquetscht wird. Von der anfänglichen elliptischen Form ist schon jetzt nichts mehr übrig. Die Röhren sind abgeplattet und wie Bananen gekrümmt.

Die neue Station Neumayer III dagegen soll überirdisch den Eis- und Schneemassen trotzen. Zum einen ist das angenehmer für die Forscher - endlich Tageslicht. Zum anderen schreibt der Antarktisvertrag vor, dass alles, was in dieses fragile Ökosystem gebracht wird, auch wieder abtransportiert werden muss. Weder Abfälle noch Geräte, Bauteile oder ähnliches dürfen bleiben.

Hydraulische Stelzen

Hydraulik-Stelzen der Neumayer III (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

Mit diesen Hydraulik-Stelzen klettert die Neumayer III

Mit innovativer Technik hat man vorgesorgt: Die 2300 Tonnen schwere Station steht auf 16 Stelzen: "Jede dieser Stelzen ist sechs Meter hoch und kann hydraulisch hochgefahren werden können", erklärt Saad el Naggar vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Er koordinierte den Bau vor Ort. "Die ganze Station kann angehoben werden. Bis zu einem Meter."

Mehr Platz und größerer Komfort

Neumayer III ist etwa doppelt so groß wie die alte Station und deutlich komfortabler. Es gibt in der Station 15 Schlafräume mit zahlreichen Fenstern, durch die man mit ein wenig Glück Pinguine beobachten kann, zwölf recht große Labore und Büros und auch jede Menge Freizeitmöglichkeiten: Bibliotheken, ein Kino, eine Lounge mit Bar und einen Fitnessraum mit Sauna.

Die Forscher sollen es in der Station auch im Winter gut aushalten können. Denn Winter bedeutet auf dem 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis, ewige Dunkelheit, klirrende Temperaturen bis minus 50 Grad und eisige Stürme. Neun bis elf Forscher werden hier überwintern, im Sommer haben bis zu 60 Personen Platz.

Einzelcontainer der neuen Station (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

Einzelcontainer der neuen Station

Die Station besteht aus vielen einzelnen Containern, die komplett eingerichtet per Schiff aus Kapstadt angeliefert und zusammengesteckt wurden. Drumherum ist eine schützende, 120 Milimeter dicke, isolierende Hülle aus Metall gestülpt, die rot-blau-weiß lackiert ist. 25 bis 30 Jahre soll die Station. Dann wird sie Container für Container wieder abtransportiert werden - bis keine einzige Schraube mehr übrig ist.

Wissenschaftlich wird übrigens das fortgesetzt, was bisher getan wurde: Forscher sammeln meteorologische und klimatische Daten, messen das Erdmagnetfeld sowie die Konzentration klimarelevanter Gase und belauschen Meeressäugetiere mit Hilfe von Unterwassermikrofonen.

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