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Wirtschaft

"Play Fair bei Olympia"

Zu Beginn der Olympischen Spiele ist Kleidung mit dem Ringe-Logo wieder heiß begehrt. Näherinnen produzieren sie unter zum Teil harten Bedingungen. Darauf will die Kampagne "Play Fair bei Olympia" aufmerksam machen.

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Auch Badenixen tragen die fünf Ringe

Am Freitag (13.8.2004) wird das olympische Logo auf T-Shirts, Mützen und Rucksäcken zur Eröffnung der 28. Olympischen Spiele in Athen allgegenwärtig sein. Was für die Sportartikelhersteller ein Millionengeschäft ist, hat auch seine Schattenseite. Die Näherinnen der olympischen Kleidung in Südamerika, Asien und Osteuropa müssen unter harten Bedingungen und größtem Zeitdruck die Kleidung produzieren, die ab nächster Woche als Souvenir für die Besucher der Olympiade dienen wird.

Die deutsche Kampagne "Play Fair bei Olympia", initiiert von Gewerkschaftsverbänden, dem Hilfswerk Oxfam und der Kampagne "Saubere Kleidung", weist auf diese Missstände hin und versucht, im Dialog mit den großen Unternehmen der Branche, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten zu erreichen.

Druck auf das Deutsche Olympische Komitee

"Wir können die Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung für die Zuliefererkette befreien. Das Problem ist, dass es auch in den Unternehmen eine Kluft gibt zwischen dem, was verabredet ist und dem, was andere Bereiche in dem Unternehmen dann durch ihre Politik bewirken", sagt Jürgen Eckl vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Er ist auch Aktivist der Kampagne "Saubere Kleidung". Es bestehe eine Differenz zwischen der offiziellen Politik der Sportartikelhersteller und der Situation in den Zuliefererbetrieben. Trotz einer freiwilligen Verpflichtung der Unternehmen werden den Arbeiterinnen der Textilfabriken nach wie vor grundlegende Rechte verwehrt. So ist etwa die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft für viele Arbeiter verboten. Überstunden und eine Senkung des Lohns verschärfen die Situation der Arbeiterinnen zusätzlich.

Die Kampagne versucht, über eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und das direkte Gespräch mit den Unternehmen eine nachhaltige Veränderung der Firmenpolitik herbeizuführen. "Wir haben natürlich Gesprächskontakte: Wir haben sie sehr strukturiert, sehr institutionalisiert mit den Führenden in der Branche, die als Markenbewusste besonders empfindlich sind.", so Eckl. Auch auf das Deutsche Olympische Komitee wird Druck ausgeübt, bei Vertragsverhandlungen mit den Sportartikelherstellern Mindeststandards bei der Produktion zugrunde zu legen.

Lohn, der zum Leben reicht

"Das Deutsche Olympische Komitee war unseren Forderungen gegenüber aufgeschlossen, hat sich aber noch nicht zu einer gemeinsamen Erklärung oder öffentlichen Stellungnahme bequemt", bemängelt Eckl. Mit den Olympischen Spielen in Athen ist die Arbeit der Kampagne "Play Fair bei Olympia" nicht beendet. Schon werden Aktivitäten für die Fußball-WM 2006 in Deutschland geplant. Der Kampagne "Play Fair bei Olympia" liegt eine umfangreiche Studie über die Arbeitsbedingungen in den Zuliefererbetrieben der Sportartikelhersteller zugrunde. Darin werden die konkreten Missstände in den Textilfabriken dargestellt. Ziel der Kampagne ist es, den Näherinnen die Chance zu bieten, an einem sicheren und sauberen Arbeitsplatz zu arbeiten, einer Gewerkschaft beizutreten und mit einer geregelten Arbeitszeit von maximal 48 Stunden pro Woche einen Lohn zu erhalten, der zum Leben reicht.

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