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Politik

Pius-Bruderschaft degradiert Williamson

Die erzkonservative Pius-Bruderschaft hat Konsequenzen aus der Affäre um Bischof Williamson gezogen. Der Holocaust-Leugner wurde laut Medienberichten als Leiter des Priesterseminars im argentinischen La Reja abberufen.

Symbolbild Pius-Bruderschaft (Quelle: DW)

Pius-Bruderschaft: "Keine Autorität in anderen Fragen"

"Die Äußerungen von Monsignore Williamson geben in keiner Weise die Position unserer Gemeinschaft wieder", erklärte der Leiter der Bruderschaft in Südamerika, Christian Bouchacourt, am Sonntag (08.02.2009). Ein katholischer Bischof könne mit "kirchlicher Autorität" nur über Themen sprechen, die den Glauben und die Moral betreffen, fügte Bouchacourt hinzu. "Unsere Bruderschaft beansprucht für sich keinerlei Autorität in anderen Fragen."

Williamson bleibt uneinsichtig

Bischof Richard Williamson (Foto: dpa)

Will Holocaust-Leugnung nicht widerrufen: Richard Williamson

Ungeachtet aller Appelle des Vatikans lehnt Williamson einen Widerruf seiner Äußerungen zum Holocaust weiter ab. Er wolle zunächst die historischen Beweise prüfen, sagte Williamson dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Aufgrund seiner Recherchen in den 80er Jahren sei er von der Richtigkeit seiner Äußerungen über den Holocaust überzeugt gewesen. Bei der Bewertung des Holocaust gehe es "um historische Beweise, nicht um Emotionen". "Und wenn ich diese Beweise finde, dann werde ich mich korrigieren", fügte Williamson hinzu.

Sturm der Entrüstung

Im Januar hatte Papst Benedikt XVI. im Bemühen um eine Wiedereingliederung der Pius-Brüder in die katholische Kirche die Exkommunikation Williamsons aufgehoben, obwohl dieser kurz zuvor in einem Fernseh-Interview den Holocaust geleugnet hatte. Folge war ein Sturm der Entrüstung über das Vorgehen des Papstes. Der Vatikan beteuert jedoch, der Papst habe von Williamsons Ansichten nichts gewusst, als er dessen Exkommunikation sowie der von drei weiteren Bischöfen der Pius-Bruderschaft zugestimmt habe.

Klärendes Telefonat

Kanzlerin Merkel und Papst Benedikt (Archivfoto: AP)

Verstimmung ausgeräumt: Merkel und Benedikt XVI.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Papst Benedikt tauschten sich am Wochenende in einem Telefonat über die Affäre aus. Es habe sich um ein "herzliches und konstruktives Gespräch" gehandelt, teilten der Vatikan und die Bundesregierung mit. Beide Seiten hätten in dem von Merkel gewünschten Telefonat Einigkeit über die "immerwährende Mahnung der Schoah für die Menschheit" bekundet. Merkel hatte den Papst zuvor zu einer eindeutigen Klarstellung im Umgang mit Williamson aufgefordert. (wa)

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