″Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind″- Europapremiere von J.K. Rowlings erstem Film | Kultur | DW | 15.11.2016
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind"- Europapremiere von J.K. Rowlings erstem Film

Harry Potter ist längst erwachsen geworden, so wie seine Leser. Jetzt bekommen sie neuen Stoff. J.K. Rowling hat die Zauberwelt in die USA verlagert und lässt dort in ihrem ersten Film "phantastische Biester" frei.

Das Straßenpflaster wird von unsichtbaren Kräften umgepflügt, unter einem zugefrorenen See schwimmen leuchtende Ungeheuer und ein magischer Maulwurf räumt Juwelierläden aus. J.K. Rowling, die Autorin der Harry Potter-Romane, erschafft auch in ihrem neuem und ersten eigenen Film eine Welt aus Zauber und Magie.

Es ist das Jahr 1926, 70 Jahre vor Harry Potters Einschulung in Hogwarts. Der junge Magizoologe (also Spezialist für magische Tiere) Newt Scamander, gespielt von Eddie Redmayne, stoppt eigentlich nur auf der Durchreise in New York. Sein einziges Gepäck: ein magischer Koffer, in dem er phantastische Bestien versteckt, seine Forschungsobjekte. Natürlich geht alles schief. Die Schnallen des braunen Koffers klappen auf, die wilden Tiere entkommen und versetzen die ganze Stadt in Chaos. Das höchste Zauberergremium, der Magische Kongress der Vereinigten Staaten ist in Aufruhr. Zu viele unerklärliche Dinge passieren in New York. Langsam werden auch die nicht-magischen Muggel (oder No-Majs, wie Menschen in den USA der Zauberer und Hexen genannt werden) misstrauisch. Der Kongress befürchtet sogar, dass Krieg zwischen Zauberern und Menschen ausbrechen könnte.

Verbindungen zu Harry Potter

Etwas später schreibt Newt Scamander ein Lehrbuch - eine Einführung in die Welt der magischen Wesen, nach dem Rowling ihren Film benannt hat. Zugegeben, vor allem der deutsche Titel ist holprig und unelegant. "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" (englisch: "Fantastic beasts and where to find them"). Das klingt gar nicht nach Magie und Zauber, sondern eher nach Lexikon. "Fantastic beasts and where to find them" ist eines der Lehrbücher, die Harry Potter 70 Jahre später für sein erstes Schuljahr in der Zaubererschule Hogwarts kaufen soll. Harry Potter-Fans treffen aber schon jetzt auf alte Bekannte. Professor Dumbledore, der große Zauberer und späterer Schulleiter von Hogwarts setzt sich schon in den 1920er Jahren für Außenseiter ein. Er verteidigt Newt Scamander, dem vorgeworfen wird, in England mit seinen wilden Bestien Menschenleben gefährdet zu haben.

Der schüchterne Newt Scamander mit seinen wuscheligen Haaren und seinen genuschelten, kurzen Sätzen befindet sich genau dort, wo die Generation der Harry Potter-Leser gerade steckt. Am Beginn seiner Karriere, noch neugierig auf die Welt. Er reist, forscht und entdeckt. Schon im Jahr 1997 mit dem ersten Harry Potter-Band schuf J.K. Rowling eine Welt, die viele Kinder zum ersten Mal zum Lesen brachte und die sie über Jahre hinweg begleitete ohne langweilig zu werden. Jetzt richtet sie sich an die  zahlkräftig gewordenen Erwachsenen, die immer noch nostalgisch werden, wenn sie an Hogwarts denken. Selbst der Soundtrack nimmt die düsteren bis funkelnden Themen der Harry Potter-Filme wieder auf. J.K. Rowling will auch filmisch eine Serie schaffen. Insgesamt hat sie fünf Filme angekündigt, die sich um die "phantastischen Biester" drehen sollen.

Magische Endzeitstimmung in New York

Harry Potter hat alle seine Abenteuer im fiktiven England erlebt. Warum die Geschichte in die USA verlegt werden musste? Vermutlich, weil sich New York gut für aller Art Katastrophenszenarien eignet. Monster wie "Godzilla", Aliens am "Independence Day", Kometen in "Deep Impact", Flut und Eis in "The Day after Tomorrow" haben die Stadt in Filmen schon mehrfach zerstört. Nun also "phantastische Biester". Es ist "das erste Mal, dass ein Zauberer so mächtig wird, dass er die Weltordnung gefährdet", verrät J.K. Rowling, die Erfinderin dieser magischen Welt.

Außerdem liefert das New York der Goldenen Zwanziger einen glamourösen Schauplatz. Es war die Zeit des Jazz, der neuen Mode, der Eleganz. Dazu Zauberstäbe, fliegende Küchenutensilien beim Kochen und riesige verzauberte Uhrwerke im Magischen Kongress - das gibt ein eindrucksvolles Paket. Obendrauf treten Colin Farrell als schwermütiger Auror (also Jäger der schwarzen Magie) und Johnny Depp in einer Nebenrolle als Bösewicht auf.

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" kriechen und fliegen ab dem 15.11. über Europas Kinoleinwände. Ab dem 17.11. ist der Film auch in Deutschland zu sehen.

Die Redaktion empfiehlt