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Aktuell Deutschland

Pegida demonstriert - die Gegner auch

In mehreren deutschen Städten versammeln sich Unterstützer und Gegner der islamfeindlichen Pegida-Bewegung zu Demonstrationen und Kundgebungen. Die Politik streitet weiter über den Umgang mit Pegida.

Pegida steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Ihren Schwerpunkt hat die Bewegung in Dresden, wo in den vergangenen Wochen tausende Menschen an Kundgebungen teilnahmen.

Auf ihrer Facebook-Seite gaben die Dresdner Pegida-Organisatoren für diesen Montagabend das Ziel aus, 30.000 Menschen für eine als gemeinsames Weihnachtsliedersingen bezeichnete Veranstaltung vor der Semperoper zu mobilisieren.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP meldete einen starken Zustrom zu der Veranstaltung. Die Verantwortlichen der Semperoper protestierten mit Fahnen gegen die Aktion der Islamkritiker. Auf vier Flaggen an den Fahnenmasten der Oper stand als Mahnung an die Teilnehmer "Augen auf", "Herzen auf", "Türen auf" und "Die Würde des Menschen ist unantastbar".

Pegida-Gegner fordern Nächstenliege statt Fremdenhass (Foto. dpa)

Pegida-Gegner in Dresden

Das Bündnis "Dresden Nazifrei" kündigte einen großen Protestzug durch die Innenstadt an. Experten rechnen Teile von Pegida dem rechtsextremen Spektrum zu. Demonstrationen von örtlichen Pegida-Ablegern sind auch in München, Bonn und Kassel geplant. In allen drei Städten sind Gegendemonstrationen angekündigt.

Politiker uneins

Die Politik sucht weiter nach einer Antwort auf die Proteste und ihre Organisatoren. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach sich gegen einen Dialog mit den Anführern von Pegida aus. "Mit Rassisten in Nadelstreifen haben wir nicht zu reden", sagte er beim Besuch eines Flüchtlingsheims in Suhl. Richtig sei aber, das Gespräch mit den Demonstrationsteilnehmern zu suchen, die fürchteten, dass Flüchtlinge ihnen Arbeitsplätze wegnehmen könnten.

Grünen-Chef Cem Özdemir wies Forderungen nach einem Dialog zurück. Er halte nichts von "so einer weinerlichen Haltung" im Umgang mit Pegida, sagte er dem RBB. "Klartext ist angesagt und nicht dieses Gesülze, was ich da zum Teil höre von manchen Kollegen von mir."

Altkanzler Gerhard Schröder rief Bürger und Politik auf, sich öffentlich gegen die Bewegung zu stellen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller plädierte dafür, sich argumentativ mit Pegida auseinanderzusetzen. "Ausgrenzung hilft hier nicht weiter, das stärkt solche Bewegungen nur", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Es sei Aufgabe der Politik, den Demonstranten klarzumachen, dass es sich bei Asylsuchenden nicht um Fanatiker und Wirtschaftsflüchtlinge handele, sondern um gefolterte, traumatisierte Kriegsopfer.

wl/nem (dpa, afp, rtr)